WLAN – auf die richtige Verbindung kommt es an

Von | 13. Juli 2016

Eine WLAN-Verbindung (Wireless Local Area Network, ebenfalls bekannt als WiFi) bietet vielerlei Vorteile: ob PC, Smartphone, Tablet oder Fernseher – sämtliche Geräte können per WLAN ohne Kabelwirrwarr daheim auf das Netzwerk zugreifen. Mehrere Personen können, unabhängig von ihrem Standort innerhalb des Hauses oder der Wohnung, gleichzeitig im Web surfen. Manch einer teilt sich vielleicht sogar die drahtlose Internetverbindung mit seinem Nachbarn und kann so Geld sparen. Der Aufbau eines Drahtlosnetzwerks ist auch für unbedarfte Nutzer kein Hexenwerk, einige Punkte gilt es jedoch zu beachten.

Der erste Schritt: Wahl des passenden Providers

Falls Sie noch überhaupt keinen Telefon-/ Internetanschluss besitzen, müssen Sie zuerst einmal einen passenden Provider (Versorger, Anbieter) suchen. Die bekanntesten Telekommunikationsanbieter sind 1&1, Telekom, Vodafone, Unitymedia und Telefónica O2. Sie können sich von den verschiedenen Providern hinsichtlich Ihrer neuen Internetverbindung umfassend beraten lassen. Die Mitarbeiter sollten auf Ihre persönlichen Bedürfnisse eingehen und gemeinsam mit Ihnen eine individuelle Lösung erarbeiten. Am besten holen Sie Angebote von mehreren Anbietern ein. Sobald Sie einen passenden Provider und den entsprechenden Internetanschluss gefunden haben, können Sie sich mit der Hardware auseinandersetzen.

Die Hardware für ein WLAN-Netz

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Die technischen Grundvoraussetzungen für die kabellose Internetverbindung sind zum einen eine Telefondose, zum anderen ein WLAN-Router und ein Netzwerkkabel. Die passende Hardware liefert bei Neuinstallationen der Provider – außer Sie entscheiden sich für einen Router anderer Hersteller.

Router – das Herzstück des Netzwerks

Der Router ist das elementare Gerät, das die Verbindung zum Internet herstellt – ob kabelgebunden oder kabellos. Er stellt über das integrierte DSL-Modem die Verbindung zum jeweiligen Provider her. Haben Sie bereits einen kabelgebundenen, aktiven DSL-Zugang zum Internet, besitzen Sie auch schon einen Router und einen Provider. Um ein Drahtlosnetzwerk aufzubauen muss im Router zwingend ein WLAN-Modul verbaut sein, welches die Signale per Funk weiterleiten kann. In den meisten modernen Routern ist bereits standardmäßig ein derartiges Modul eingebaut. Bei älteren Geräten ist dies allerdings nicht immer der Fall. Daher sollten Sie sich schlau machen, ob Ihr Router denn überhaupt WLAN-fähig ist.

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Auf was kommt es im Allgemeinen beim Router an?

Internetprovider bieten ihren zukünftigen Kunden Komplettpakete an: Internetzugang sowie die benötigte Hardware. Die im Paket enthaltenen Router sind meistens relativ günstig und erfüllen ihren Zweck in vielen Fällen. Der einfache Nutzer ist mit solch einem Paket oft gut beraten. Die Hardware ist dabei auf den jeweiligen Internetanschluss abgestimmt und bereits vorkonfiguriert. Dennoch steht dem Kunden auch hier die Wahl frei: günstiger Basisrouter oder ein etwas teureres Modell mit erweiterter Funktionalität. Diese Wahl hängt von Ihren individuellen Präferenzen ab und richtet sich grob nach folgenden Punkten:

Reichweite

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Damit der Router ein gutes Funksignal weiterleiten kann, sollte dieser über mindestens eine Antenne und/oder einen Antennenanschluss zum späteren Nachrüsten verfügen. Auch der WLAN-Standard spielt eine Rolle. Der aktuell gebräuchliche WLAN-n Standard 802.11n kann auf offenen Flächen Reichweiten von bis zu 70 Meter erreichen, für die meisten ist das völlig ausreichend. In größeren Wohnungen sollten möglichst viele Antennen in die verschiedenen Richtungen ausgerichtet werden. Ist die Netzabdeckung innerhalb des Hauses dennoch unzureichend, empfehlen sich sogenannte Accesspoints oder Repeater. Diese Signalverstärker werden meistens auf halber Strecke zwischen Router und den funkarmen Bereichen aufgestellt. Sie überbrücken dann das Signal und lenken es gebündelt weiter – die Empfangsqualität steigt deutlich. Wohnen Sie hingegen in einer kleineren Wohnung, kann auch das Funksignal eines preiswerteren Routers ohne Antenne ausreichen. Aber auch hinsichtlich ihrer Geschwindigkeit unterscheiden sich die einzelnen Router voneinander.

Geschwindigkeit

Geschwindigkeit

Router haben unterschiedliche Übertragungsgeschwindigkeiten, ältere und günstigere Router nutzen noch den WLAN-g-Standard, mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 54 Mbit pro Sekunde. Aktuelle Modelle, die nach dem WLAN-n Standard 802.11n funken, können wesentlich höhere Geschwindigkeiten erreichen (Datenraten bis zu 600 Mbit/s). Möchte man besonders hohe Geschwindigkeit erreichen, könnte ein WLAN-Router mit MU-MiMo-Technik (Multi-User-Multiple-In-Multiple-Out) in manchen Fällen Vorteile verschaffen. Man sollte vor dem Kauf eines Routers jedoch bedenken, dass dessen Geschwindigkeit auch mit der Geschwindigkeit Ihres Internetanschlusses harmoniert. Denn letzten Endes bestimmt der gewählte Internetanschluss über die maximal zu erreichende Geschwindigkeit. Haben Sie also einen Vertrag mit Ihrem Provider abgeschlossen und dabei eine geringere Bandbreite gewählt, kann die entsprechende Obergrenze auch nicht mithilfe eines schnelleren Router durchbrochen werde.

Sicherheitsfunktionen des Routers

Sicherheit

Beim Aufbau eines WLAN-Netzes spielt das Thema Netzwerksicherheit eine bedeutsame Rolle. Da das WLAN-Netz Signale über den Bereich Ihrer vier Wände hinaus übertragen kann, sollte die Verbindung abhörsicher sein. Auch der entsprechende Router kann zur Sicherheit des Netzwerks beitragen. So gut wie alle erhältlichen Router verfügen über eine sogenannte „Firewall“ („Brandmauer“). Diese Firewall ist ein Sicherheitssystem, das Ihr Netzwerk vor unerwünschten Zugriffen schützen kann. Auch für den Privatmann gibt es unterschiedliche Arten von Firewalls: NAT und SPI-Firewall.

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NAT Firewall

Die NAT-Funktion ist im engeren Sinne eigentlich keine „echte“ Firewall. Sie sorgt dafür, dass der PC hinter dem Router im Verborgenen bleibt, also für Hacker nicht sichtbar ist. NAT stellt also den Basisschutz eines jeden Routers dar.

SPI-Firewall

Eine integrierte SPI-Firewall („Stateful Packet Inspection“) bietet erweiterten Schutz. Eingehende Daten werden hierbei genauer überprüft und analysiert. Werden Daten und fremde Signale vom System als verdächtig eingestuft, so werden diese durch die Firewall geblockt.

VPN Funktionalität

Die Allermeisten, die von daheim eine Verbindung zu entfernten Netzwerken (zum Beispiel Firmen- oder Hochschulnetzwerk) herstellen möchten, nutzen dazu eine VPN (Virtual Private Network) Verbindung. Durch eine derartige Tunnelverbindung kommuniziert der Computer sicher mit dem jeweiligen Netzwerk. Falls man solche Verbindungen nutzen möchte, sollte man sicherstellen, dass der jeweilige Router auch diese Funktion unterstützts.

Stromverbrauch

Strom

Da der Router in vielen Haushalten 24 Stunden in Betrieb ist, verbraucht er durchgehend Strom. Es kann sich daher durchaus lohnen eine etwas höhere Investition in einen stromsparenden Router zu tätigen. Dies könnte sich längerfristig positiv auf die Stromkosten auswirken. Ein kleiner Tipp: mit dem PC können Sie über die Benutzeroberfläche des Routers eine automatisierte Betriebszeit einstellen. Ist man viel unterwegs, kann der Router für diese Zeit ausgeschaltet werden, er schaltet sich dann zum gewünschten Zeitpunkt wieder automatisch an.

Einrichtung des neuen WLAN-Netzwerks

Wenn bereits der IT-Techniker des jeweiligen Providers bei Ihnen vorbeigekommen ist und Ihren Internet-/ Telefonanschluss freigeschaltet hat, können Sie bereits loslegen. Zuerst schließen Sie Ihren neuen Router mit dem mitgelieferten Kabel an der Telefondose (TAE Dose) an. Je nach Typ hat der Router mehrere Anschlüsse. In der Regel werden bei reinen WLAN-Routern zwei Anschlüsse belegt: der DSL-Anschluss und der Telefonanschluss. Optional können an den LAN-Anschlüssen noch weitere Netzwerkkabel angeschlossen, teilweise sind auch USB-Anschlüsse vorhanden. Sobald Sie die Verkabelung erledigt haben, müssen Sie am Computer die Nutzeroberfläche des Routers aufrufen. Das geschieht entweder über den Internetbrowser oder eine spezielle Software, die der Anbieter dann mitliefert. Bei dem gängigsten Router, der sogenannten Fritzbox, kann diese Oberfläche über folgende Adresse mit dem einem Internetbrowser erreicht werden. Hier folgen Sie dann den Installationsanweisungen.

Für Sicherheit sorgen

Sicherheit PC

Sie können selbst aktiv für Sicherheit sorgen und Ihr Netzwerk vor fremden Zugriff schützen. In jedem Falle sollten Sie Ihr Netzwerk durch Verschlüsselung (WPA oder WPA2) schützen. Tun Sie das nicht, können fremde Personen Ihren Anschluss kostenlos mitbenutzen und Hacker hätten leichtes Spiel. Um diesen Umständen entgegenzuwirken, müssen Sie unbedingt ein Kennwort für Ihr Netzwerk festlegen. Dies geschieht über die Nutzeroberfläche Ihres Routers. Verwenden Sie hierbei ein komplexes Passwort aus mehreren Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Ein solches Passwort ist wesentlich schwieriger zu knacken. Damit Fremde Ihr Netzwerk erst gar nicht ausfindig machen können, bietet es sich an, das Netzwerk unsichtbar zu machen. Fall Sie außer Haus sind, gehen Sie sicher, wenn Sie das Netzwerk einfach ausschalten.

Die Verbindung ist schlecht – das können Sie tun

Verbindung

Wer kennt es nicht: das heimische Netzwerk spinnt mal wieder, die Geschwindigkeit ist viel zu niedrig und die Funkverbindung bricht andauernd ab. Das kann einen schnell zur Weißglut treiben und ist oft Anlass genervt zum Hörer zu greifen, um die zuständige Hotline des Providers zu kontaktieren. Nervige Wartezeiten und Missverständnisse in der Kommunikation mit den Mitarbeitern vom Kundenservice bringen Sie dann noch höher auf die Palme? Um derartigen Szenarien vorzubeugen gibt es einige Möglichkeiten und Kniffe, um selbst den Ursachen der Empfangsprobleme auf den Grund zu gehen.

Geschwindigkeitsangaben der Provider sind Maximalangaben

Man sollte bedenken, dass die Geschwindigkeitsangaben der Provider in der Realität mit kaum einem Drahtlosnetzwerk realisiert werden können. Am ehesten können solche Referenzwerte mit kabelgebundenen Netzwerken erzielt werden. Hochwertige Netzwerkkabel mit spezieller Abschirmung sorgen für einen optimalen Datenfluss. Bei WLAN-Netzen können die theoretisch möglichen Geschwindigkeiten weniger gut ausgereizt werden, da das Funksignal mit der Entfernung zum jeweiligen Gerät immer schwächer wird. Je kürzer die Entfernung vom Empfangsgerät (PC, Tablet, Smartphone etc.) zum Router ist, desto besser ist die Verbindung. Machen Sie sich also frei von dem Gedanken, dass Sie überall in Ihrer Wohnung die maximalen Geschwindigkeiten ausnutzen können. Um die Geschwindigkeit Ihres Routers und Ihrer Internetverbindung gut auszunutzen können Sie dennoch einiges tun. In manchen Städten, oder vor allem auch in Dörfern, ist die Verbindungsgeschwindigkeit aufgrund der schlechten Netzwerkinfrastruktur von vornherein begrenzt. Es sollte über einen Verfügbarkeitstest des Providers geklärt werden, welche Geschwindigkeiten vor Ort überhaupt möglich sind.

Den richtigen Standort finden

Standort

Sehr wichtig ist die korrekte Platzierung des WLAN-Routers. Die meisten platzieren ihn gerne direkt oder unmittelbar entfernt von der Telefondose, das erspart das umständliche Verlegen zusätzlicher Netzwerkkabel. Häufig ist das jedoch nicht der optimale Standort. Der Router sollte relativ hoch platziert werden, damit er nicht nach unten abstrahlt. Sehen Sie davon ab, den Router hinter Möbelstücken, in der Schublade oder direkt neben elektronischen Geräten zu platzieren. Von Zimmer zu Zimmer sinkt der Empfang, daher sollte man sich überlegen, in welchen Räumen man auf besonders hohen Empfang angewiesen ist. Schauen Sie gerne hochauflösenden Videos im Wohnzimmer auf der Couch, aber der Router steht drei Zimmer weiter? Das wäre dann nicht der optimale Standort, denn schlimmstenfalls reicht das WLAN-Signal hier dann nicht mehr aus und es kann zu Verzögerungen oder Abbrüchen kommen. Ist Ihre Wohnfläche relativ homogen aufgeteilt und möchten Sie in jedem Zimmer einen gleich guten Empfang bekommen, so platzieren Sie den Router möglichst im Mittelpunkt der Wohnung. Möchten Sie auch in verwinkelten Zimmern oder im zweiten Stock Ihres eigenen Hauses, oder sogar im Garten noch einen guten Empfang haben, können Accesspoints und Repeater eine mögliche Lösung darstellen. Diese Geräte können den Funkbereich eines Routers erweitern.

Störfaktoren eliminieren

Zum einem ist das WLAN-Netz in seiner Reichweite begrenzt, zum anderen können aber auch einige Störfaktoren den Empfang deutlich beeinträchtigen:

  • Dicke (Stahl-) Betonwände und Mauern
  • Feuchte Räume mit Wasseranschluss wie Badezimmer oder auch Aquarien
  • Haushaltsgeräte, insbesondere Mikrowellen
  • Heizungen
  • Möbelstücke
  • Andere Geräte mit Funkverbindung

Den Empfang via App kontrollieren

WIFI ANALYZER

Mit Freeware Tool wie HeatMapper können Sie den WLAN-Empfang genauer analysieren. Auch mithilfe Ihres Smartphones oder Tablets können Sie den Empfang an unterschiedlichen Standorten überprüfen. Mit der kostenlosen APP Wifi Analyzer sehen Sie in einer übersichtlichen Grafik den aktuellen Empfang. So können Sie von Zimmer zu Zimmer gehen und überprüfen, wo der Empfang am besten ausfällt und den Router dementsprechend ausrichten und platzieren.

Den optimalen Funkkanal finden

Gerade mit solchen Apps können Sie auch analysieren, welcher Funkkanal für Sie der schnellste ist. Heutzutage gehen sehr Viele über ein drahtlose Netzwerksverbindung ins Internet, daher sind auch im und um das Haus herum viele verschiedene WLAN-Netzwerke aktiv. Der Standard-Kanal 11 ist oftmals mehrfach belegt, was sich auf die Empfangsqualität negativ auswirken kann. Kanal 9 und 10 sind auch nicht ganz optimal, da Mikrowellen mit derselben Funkfrequenz arbeiten. Die Auslastung der 13/14 Kanäle wird grafisch übersichtlich in einem Diagramm dargestellt. Suchen Sie sich dann über die Benutzeroberfläche Ihres Routers am PC oder via App auf Mobilgeräten einen möglichst freien Kanal mit wenigen Überschneidungen zu anderen Netzwerken heraus.

Zusammenfassung

Bei der Wahl des zu Ihnen passenden Internetanschlusses lassen Sie sich ausgiebig beraten und erörtern was Ihnen wichtig ist. Auch beim Aufbau Ihres eigenen WLAN-Netzes spielen individuelle Faktoren eine bedeutende Rolle. Folgende Zielfragen könnten Sie sich dabei stellen:

  • Haben Sie eine große oder kleine Wohnung?
  • Welche Störfaktoren könnte es geben?
  • Brauchen Sie eine sehr schnelle Verbindung?
  • Kann diese Geschwindigkeit an Ihrem Wohnort realisiert werden?
  • Ist Ihnen hohe Sicherheit wichtig?
  • Möchten Sie möglichst günstig ins Internet kommen?
  • Welche Hardware werden Sie hierzu benötigen?

Wenn Sie darunter Aspekte gefunden haben, welche Sie bisher vielleicht noch nicht berücksichtigt hatten, könnte sich die Qualität Ihres WLAN-Signals durch die Berücksichtigung der genannten Faktoren durchaus verbessern. Wenn alles nichts hilft, liegt vielleicht ein technischer Defekt Ihrer Hardware oder eine Störung des Providers vor. Wenden Sie sich in diesem Fall an Ihren Anbietern und versuchen Sie gemeinsam mit ihm der Störung auf den Grund zu gehen.

 

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