Tech-Support-Scam: Betrüger verwenden neue Masche zur Abzocke

Von | 22. Oktober 2018

Tech Support ScamGeneration Z wird immer öfter Opfer von Tech-Betrügereien:

Der Enkeltrick, welcher mitttlerweile jedem bekannt sein dürfte, ist veraltet. Nun nutzen die Betrüger eine neue Masche. Junge Menschen werden durch sogenannten „Tech Support Scam“ abgezockt. Doch was ist der „Tech Support Scam“ und wie kann man sich dagegen Schützen?

Tech Support Scam: Enkeltrick 2.0

Wie beim Enkeltrick wird beim „Tech Support Scam“ eingangs  das Vertrauen der Opfer gewonnen. Der Unterschied hierbei ist jedoch, dass der Betrüger sich nicht als Enkel, sondern als Service-Mitarbeiter eines Technologie Unternehmens ausgibt.

Beispiel:

Ein PC Nutzer bekommt einen unaufgeforderten Anruf von einem fadenscheinigen Microsoft-Support Mitarbeiter. Dieser stellt dann die Behauptung auf, dass der Computer des Angerufenen von einem Virus infiziert sei.

Freundlichst bittet dieser dann darum, so schnell wie möglich eine vermeintliche „Sicherheitssoftware“ zu installieren. Wer an diesem Punkt nicht schnell genug bemerkt, was gerade passiert und dem Betrüger glauben schenkt, tappt in die Falle.

Anstatt einer Sicherheitssoftware, installiert der Betrüger Spionagesoftware auf dem Rechner. Das Ziel sind Kreditkarteninformationen und Passwörter.

Je nachdem kann der Betrüger auch noch am Telefon Geld für „Service-Leistung“ fordern.

Jedoch werden die Opfer nicht in allen Fällen angerufen, in Folge dessen kursieren auch einige Fälle im Netz, welche sich auf E-Mails, Pop-Up Fenster und Browser Weiterleitungen berufen.

Microsofts Stellungnahme zum Tech-Support Scam:

„Microsoft führt unter keinen Umständen unaufgefordert Telefonanrufe durch, in denen angeboten wird, ein schadhaftes Gerät zu reparieren oder persönliche oder finanzielle Daten angefordert werden. Jegliche Kommunikation mit Kunden wird durch diese selbst initiiert. Microsoft kontaktiert Nutzer nicht ungefragt telefonisch, um über neue Sicherheitsupdates zu informieren.“

Quelle: https://support.microsoft.com/de-de/help/4013405/windows-protect-from-tech-support-scams

Junge Menschen sind rezeptiv im Bezug auf Tech Support Scam:

Die Betrüger machen sich die Leichtgläubigkeit der jungen Generation zum Vorteil. Viele von den sogenannten „Millennials“ sind sehr empfänglich für solche Betrügereien. Auch wenn die Taktik nicht brandneu ist, zeigt eine Studie der Firma Microsoft einen beängstigenden Aufwärtstrend. Im Jahr 2017 wurden laut Microsoft ca. 52 % der Internetnutzer zum Opfer von Scam-Versuchen. Vor zwei Jahren ließen sich ungefähr 7 % der Leute auf die Masche ein, im folgenden Jahr waren es bereits 13 %.

Auf die Frage einer tatsächlichen finanziellen Einbuße antworteten immerhin nur 4 % der Befragten mit „Ja“.

Das wichtigste Ergebnis der Studie war, dass ein bewusster Umgang mit dem Internet und ein junges Alter nicht die Anfälligkeit senken. Von den Opfern, bei welchen ein tatsächlicher Schaden entstanden ist, waren eine Mehrheit von geschlagenen 76 % jünger als 38 Jahre. Dies wäre eigentlich eine Altersgruppe von welcher man ausgeht, dass sich diese sehr gut mit den Digitalen Medien auskennt.

Wie kannst du dich Schützen?

Mit einem vorsichtigen und aufmerksamen Verhalten beim Surfen lässt sich bereits viel Verhindern. Man kann nie mit genauer Sicherheit sagen, wo ein Betrüger lauert:

  • Pop-Ups nicht aufrufen und keine Angezeigten Telefonnummern anrufen.
  • Unaufgeforderte Telefonanrufe von angeblichen „Mitarbeitern“ bekannter Unternehmen nicht annehmen. (Microsoft tätigt keine unaufgeforderten Anrufe, der Kunde selbst initiiert einen Kontakt mit Microsoft).
  • Niemals Dritten die Kontrolle über den Computer geben.
  • Im Falle eines Betruges, können diese bei Microsoft unter folgendem Link gemeldet werden. (microsoft.com/reportascam)

Wie gehe ich vor, wenn es bereits zu Spät ist?

  • Alle Anwendungen, welche Sie auf Anraten der Betrüger installiert haben umgehend wieder deinstallieren.
  • Führen Sie eine komplette Überprüfung mit dem Windows Defender oder einem anderen anerkannten Antivirenprogramm durch.
  • Ändern Sie alle Kennwörter.
  • Stornieren Sie auf der Stelle alle eventuellen Zahlungen an die Betrüger mit der Hilfe Ihres Kreditinstitutes.
  • Überwachen Sie die Anmeldeaktivität. Verwenden Sie die Windows Defender Firewall zum Blockieren des Datenverkehrs mit Diensten, welche Sie normalerweise nicht Nutzen.
  • Betrug und Betrugsversuche direkt bei der Polizei zur Anzeige bringen.

Fazit:

Alles in allem kann gesagt sein, dass ein vorsichtiges Verhalten beim Surfen sehr viel ausmachen kann. Im Falle eines Anrufes denken Sie bitte daran, dass kein Unternehmen die Kunden von sich aus anruft um über Updates o.ä. zu informieren.

Gerade die jüngeren Internetnutzer sollten vorsichtig sein, im Bezug auf Pop Ups oder Links. Beachten Sie die oben beschriebenen Vorgehensweisen im Bezug auf den Tech Support Scam. Sollten Sie einen Anruf o.ä. erhalten, dann melden Sie den Vorfall so schnell wie möglich der Polizei und wenden Sie sich an Microsoft.