Spielen wir zukünftig nur noch auf Cloud-Konsolen?

Von | 15. Februar 2018

Netflix und Co. machen es vor: das Streamen von Multimediainhalten ist schon längst für viele Standard und Cloud basierter Content wird immer beliebter. Doch wie sieht das bei Spielen aus? Auch hier zeichnet sich ein eindeutiger Trend ab. Plattformen wie Playstation Now, GeForce Now, Nvidia Grid oder Gamefly verdeutlichen bereit das große Potenzial. Mit Xbox Two und PS5 stehen uns vielleicht bald 2 Konsolen bevor, die ihre Spiele ausschließlich übers Netz ziehen werden. Das bringt vielerlei Vorteile, doch an manchen Stellen leidet dieses Konzept noch an leichten Kinderkrankheiten.

Cloud-Konsolen

Bild: Nvidia

Die Gerüchte um die neuen Cloud-Konsolen

Der Entwickler Hajime Tabata (Final Fantasy XV) sieht in Cloud basierten Konsolen die Zukunft und geht davon aus, dass die Hersteller bei ihren nächsten Konsolengenerationen nicht mehr auf klassische Hardware setzen werden. Auch Masayaso Ito, Executive Vize Präsident bei Sony Computer Entertainment äußerte sich zur Zukunft  unserer Konsolen. „Ich denke, es wird eine PlayStation 5 geben. Allerdings weiß ich noch nicht, in welcher Form sie erscheinen wird. Es könnte sich um eine physische Konsole handeln – oder um eine Cloud-basierte Lösung. Aber auch wenn die Form sich ändern sollte, wird es PS5-Spiele geben. Das ist es, was wir wollen.“ Ein offizielles Statement, aus dem hervorgeht, dass es sich bei PS5 und Xbox Two tatsächlich um Cloud-Konsolen handeln wird, war Microsoft und Sony allerdings bisher noch nicht zu entlocken. 

Welche Vorteile bietet Cloud Gaming?

Beim Cloud Gaming läuft das Spiel nicht direkt auf der Konsole oder dem PC, sondern auf einem externen Server. Dieser leistungsstarke Server übernimmt den Großteil der Rechenleistung, was zur Folge hat, dass auf vergleichsweise schwacher Hardware gespielt werden kannDas Konzept hat weitere bedeutsame Vorteile: Spiele müssen nicht mehr physisch in Form von Blu-rays vorliegen und verbrauchen auch keinen unnötigen Speicherplatz auf der Festplatte. Für die Konsolenhersteller könnte Cloud Gaming die Produktionskosten der Konsolen drastisch senken, da weniger leistungsstarke Hardware verwendet werden müsste. Das könnte sich im Preis der Konsolen widerspiegeln. Auch für die Publisher hat Cloud Gaming Vorteile. So können diese Veränderungen vornehmen, Updates verteilen und Fehler beheben, ohne auf die Hardware-Spezifikationen der jeweiligen Nutzer Rücksicht nehmen zu müssen.

Cloud-Konsolen

Die Verzögerungszeiten stellen bei Ego-Shootern ein Problem dar

Cloud Gaming klappt bereits bei vielen Spielen ziemlich gut. So gut wie auf einem hardwarebasierten System allerdings noch nicht. Hin und wieder kommt es nämlich noch zu Verzögerungen. Wie groß die Verzögerungen sein dürfen, um das Spielerlebnis nicht zu beeinträchtigen, hängt stark vom jeweiligen Genre ab. Während Strategie- oder Rollenspiel eher weniger von dieser Problematik betroffen sind, sieht das bei Shooten schon etwas anders aus. Hier sind extrem schnelle Reaktionen gefragt. Selbst minimale Verzögerungen können den Spielfluss hier schon stören. Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut empfiehlt Entwicklern bei der Umsetzung von Cloud-basierte Ego-Shootern einen Referenzwert von unter 0,1 Sekunde. Bei weniger schnellen Third-Person-Perspektiven sind es hingegen eine halbe Sekunde, bei Strategiespielen sogar eine Sekunde.

Bild: Nvidia

Ist die Netzwerkinsfrastruktur schon bereit für Cloud-Konsolen?

Wer vernünftig in der Cloud zocken möchte, benötigt zuerst einmal eine schnelle Verbindung zum Internet. Eine hohe Bandbreite ist ausschlaggebend, damit die Inhalte verzögerungsfrei beim Gamer ankommen. Genau hier liegt aber oftmals noch der Hund begrabe. Vor allem in ländlichen Gegenden ist die Bandbreite noch nicht so hoch, wie sie für Cloud Gaming eigentlich sein sollte. Ein weiterer entscheidender Erfolgsfaktor von Cloud-Konsolen werden sicherlich auch die Kosten der Spiele-Abonnements sein.

Wird Cloud Gaming schon bald das herkömmliche Konzept der klassischen Spielekonsolen ersetzen? Wie gut sind die aktuellen Streaming-Plattformen bereits?