Rollen, Falten, Knicken – sind flexible Displays eine neue Revolution?

Von | 15. April 2016

Die neuen Samsung Smartphones, das Samsung Galaxy S7 und das S7 Edge, sind technisch auf absolutem Top-Niveau und verkaufen sich gut. Doch eine echte Revolution blieb aus. Allgemein hat sich auf dem Smartphone-Markt in den letzten Jahren nicht allzu viel getan. In vielen kleinen Schritten wurden die einzelnen Komponenten stetig verbessert, revolutionäre Technologien blieben die Hersteller uns aber weitetsgehend schuldig. Doch schon nächstes Jahr soll sich das laut Samsung ändern.

Flexible Displays schon nächstes Jahr in Smartphones

Schon seit geraumer Zeit redet der Elektro-Hersteller aus Südkorea von falt- und einrollbaren Displays. Es kursieren bereits länger diverse, spannende Werbespots von Samsung im Web die Lust auf mehr machen. Doch bis jetzt sind noch keine marktreifen Produkte entstanden. Bereits 2013 präsentierte Samsung ein erstes Konzept für flexible Displays. Doch bisher ist leider nicht viel Zählbares dabei herausgesprungen. Lediglich bei den Samsungs Galaxy Edge Modellen ist ein leicht gebogenes Display entstanden. Einen bahnbrechenden, technischen Mehrwert bietet dieses jedoch auch nicht wirklich. Doch nun scheint Samsung ernst zu machen und kündigt an, dass die Technologie bereits Anfang nächsten Jahres in neuen Geräten verbaut sein soll.

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Vereinigung von Smartphone und Tablet

In den letzten Jahren ging der Trend hin zu immer größeren Smartphone-Displays. Früher noch 4 bis 5 Zoll, so gibt es heute bereits Displaygrößen mit weit über 5 Zoll. Das bringt Vorteile mit sich, aber auch Nachteile. Einerseits bieten große Displays viel Überblick um Fotos, Videos oder Websites komfortabel betrachten zu können. Andererseits passen derartige Smartphones nicht mehr wirklich in die Hosentasche. Die Größenunterschiede zwischen Smartphone, Phablet und Tablet sind inzwischen fließend. Samsung versucht nun mithilfe einer neuen Displaytechnologie die Vorteile der verschiedenen Größen miteinander zu kombinieren.

Die Herausforderungen für die Hersteller

Doch warum gibt es diese Displays nicht schon längst? In diese Technologien wurde von Samsung und LG viel Forschungsarbeit gesteckt, denn bis dato gab es einige Hürden zu überwinden. Ein Smartphone oder ein Tablet besteht ja bekanntlich nicht nur aus einen Display sondern hat auch ein komplexes Innenleben: Prozessor, Akku, Kamera et cetera. Diese Komponenten lassen sich nicht so einfach verbiegen und dies stand der Verwirklichung von biegsamen Displays im Weg. Inzwischen haben die Hersteller aber wohl Wege gefunden um derartige Hindernisse zu umgehen. Ein ausrollbares Display zum Beispiel könnte die Hardware in einem Griff unterbringen.

Das Smartphone mit faltbarem Display

Das angekündigte Gerät von Samsung soll zwei Displaygrößen vereinen: 3,5 Zoll und 7 Zoll. Das entspricht jeweils den Größen eines kompakten Smartphones und eines kleinen Tablets. Dank der Falttechnik kann das kleine Tablet dann auf die Größe des kleinen Smartphone-Formats eingefaltet werden können. Das brächte enorme Transportvorteile mit sich – Handy und Tablet vereint in einem Gerät! Nur noch ein Gerät wäre nötig. Bei mehrfacher Faltbarkeit wären sogar noch viele weitere Formate denkbar.

Auch LG macht große Fortschritte bei den flexiblen Displays

Auch LG versucht seit längerem falt- und rollbare Panels zur Marktreife zu bringen. Einige wurden bereits gezeigt. Dass ein Display leicht gebogen sein kann, demonstrierte LG mit seinen Flex Smartphones. Diese waren bereits schon leicht gebogen um eine verbesserte Ergonomie zu bieten. Völlig flexible Displays hat uns LG bisher jedoch noch nicht vorführen können-

Fazit und Ausblick

Die neue Technologie könnte den Smartphone-Markt revolutionieren. Besser gesagt es könnte das Ende der Smartphone-Ära bedeuten. Die neue Technik könnte herkömmliche Smartphones verdrängen.

Allerdings bleibt abzuwarten, ob sich eine derartige Technik wirklich sinnvoll umsetzen lassen kann. Das faltbare Display wird die Konstruktion deutlich erschweren und so müssten Nutzer zu Beginn wahrscheinlich erst einmal ein paar Einbußen in Kauf nehmen. Denn was bringt ein faltbares Display wenn die dazugehörige Hardware nicht optimiert werden kann? Es bleibt also abzuwarten wie die Vision des faltbaren Displays umgesetzt werden kann und ob sich derartige Geräte massentauglich etablieren können. Spannend ist die Technik allemal.

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