Raspberry Pi: Der Winzling zum Hammerpreis

Von | 31. Dezember 2015

Auf 85x54mm und mit nur 40 Gramm Gewicht kommt der Mini-Computer Raspberry Pi auffällig unauffällig daher. Doch lassen Sie sich von den handlichen Maßen nicht täuschen – dieser Einplatinenrechner ist ein echter Alleskönner! Kaum ein anderer MicroPC auf dem Markt ist so flexibel einsetzbar wie der Raspberry Pi. Einige besonders kreative Anwendungsmöglichkeiten stellen wir Ihnen später vor, zuerst allerdings: Was ist dieser Pi denn genau?

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System-on-Chip (SoC) für wenig Geld

Die Idee hinter diesem günstigen, kleinen aber dennoch leistungsfähigen Einplatinencomputer entstand an der Universität Cambridge. Um eine möglichst offene Softwareentwicklung zu ermöglichen, entschieden sich die Verantwortlichen bereits sehr früh für ein Linux-Basiertes System auf Basis eines ARM-Microprozessors. Mit dem Raspberry Pi 2 Modell B kommt erstmals eine 4-Kern-CPU mit 900 MHz Chiptakt zum Einsatz. Außerdem wurde in der aktuellen Revision der Arbeitsspeicher im Vergleich zum Vorgängermodell auf 1024 MB verdoppelt. Als Anschlüsse stehen bis zu vier USB 2.0-Ports (über Hub) zur Verfügung. Zur Videoausgabe verfügt die aktuelle Serie über einen HDMI-Port, dessen Tonausgabe durch einen 3,5 mm Klinkenstecker ergänzt wird. Dank einem microSD-Kartenleser können die kleinen SD-Karten als Festplatten verwendet werden. Um den Pi in ein Netzwerk einzubinden, ist ein 10/100 Mbit Ethernet-Port vorhanden. Mit Strom versorgt wird der Winzling über einen microUSB-B-Anschluss. Die maximale Leistungsaufnahme beschränkt sich hier auf beeindruckend sparsame 4,0 Watt (800 mA)!

Die Qual der Wahl: Welches Betriebssystem für meinen Pi?

Spannend wird es nun, wenn man die unterschiedlichen verfügbaren Betriebssysteme betrachtet. Da der Raspberry Pi auf einer ARM-Architektur basiert, ist spezielle Software nötig. x86-kompatible Programme können nicht ohne Weiteres auf dem MiniPC verwendet werden. Daher haben sich innerhalb der sehr aktiven Bastler-Community diverse Linux-Derivate als Betriebssystem etabliert. Empfohlen wird die Debian-8-Variante Raspbian. Dieses Betriebssystem stellt sämtliche passende Firmware für die Raspberry-Pi-Modelle zur Verfügung. Doch auch Microsoft hat das Potenzial des kleinen Gerätes erfasst und bietet eine spezielle Version von Windows 10 (welche allerdings nicht mit unter Windows lauffähigen Programmen kompatibel ist) an. Diese Windows 10 IoT Core genannte Version kann kostenlos bei Microsoft bezogen werden. Auch sind unter Bastlern diverse Android-Versionen im Umlauf, welche größtenteils wunderbar mit dem Raspberry Pi harmonieren.

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Haufenweise Hardwareerweiterungen bereits verfügbar

Um Ihrem Kleinstrechner noch etwas mehr Power zu verleihen, stehen diverse Hardwareerweiterungen zur Verfügung. Vom Mini-Wireless-LAN-Adapter, über einen Touchscreen und diverse Gehäuse ist alles vorhanden, was den Raspberry Pi perfekt auf die von Ihnen angedachte Nutzung vorbereitet. Und hier spielt das Gerät seine volle Stärke aus: Durch die offene Gestaltung kann er, mit der richtigen Software versehen, praktisch überall eingesetzt werden.

Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten

Die mit Abstand beliebteste Anwendung für den Raspberry Pi nutzt den kompakten Computer als Mediacenter. Die Wiedergabe  von Filmen und Serien in FullHD stellen die Hardware vor keinerlei Probleme. Auch lässt er sich natürlich einfach als kleinen Bürocomputer betreiben – aufgrund des geringen Leistungsbedarfs sogar besonders nachhaltig. Der Grundidee des Raspberry Pi nach war das System ursprünglich als günstige Alternative zu Schulcomputern gedacht. So sollen Kinder und Jugendliche mit dem Winzling spielend Programmieren erlernen können. Doch die niedrigen Anschaffungskosten eröffnen einen viel größeren Markt: Mit dem Raspberry Pi soll es in Zukunft möglich gemacht werden, selbst strukturschwache Länder mit ausreichender Technologie zu beliefern, um auch hier für Internetzugang und weitgehenden Zugriff auf Informationstechnologie zu gewährleisten. Doch auch abseits von wissenschaftlichen  oder pädagogischen Anwendungen kann der PC zu vielerlei innovativen Funktionen zweckentfremdet werden. So wird das System mit einigen Anpassungen zur Retro-Videospielmaschine oder Wetterstation. Auch selbstentwickelte Smartphones oder Tablets auf Basis eine Raspberry Pi sind bereits in einschlägigen Foren zu sehen – der Kreativität seiner Nutzer setzt das Gerät also scheinbar kaum Grenzen!

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