PC Building 101 – Ihren PC zusammenbauen Teil 1: Die Hardware

Von | 4. Dezember 2015

Sie wollten schon immer Ihren eigenen PC zusammenbauen? Im ersten Teil unserer fünfteiligen Reihe werden wir Ihnen beschreiben, welche Komponenten Sie für Ihren PC benötigen und welche Rolle diese spielen. Außerdem stellen wir Ihnen, wo möglich, fortschrittlichere Alternativen zu einzelnen Komponenten vor und klären Sie über die jeweiligen Unterschiede auf.

Teil 1: Workshop PC zusammenbauen: Die Komponenten

Für den Endkunden ist der Markt von PC-Systemen, Aufrüst-Sets oder einzelner Komponenten inzwischen recht unüberschaubar geworden. Die Zeiten, in denen sich zwei bis drei große Chiphersteller den „Kuchen“ teilen, sind zwar noch nicht ganz vorbei, doch machen immer mehr Hersteller dem interessierten Käufer durch kryptische Produktbezeichnungen, Neuauflagen älterer Hardware und undurchsichtige Preisgestaltung die Kaufentscheidung merklich schwerer. Hier versuchen wir unseren Lesern und Kunden nun eine kleine Übersicht zu geben, was Sie beim Kauf der Komponenten, dem Zusammenbau und der Installation beachten müssen – und zwar am Beispiel eines Business-PCs, einer Multimediamaschine fürs heimische Wohnzimmer und einem leistungsstarken Gaming-PCs.

HDD, SSD, RAM und CPU – Ein was-ist-was des modernen Computers

Falls Ihnen alle diese Kürzel bereits ein Begriff sind und Sie lieber direkt mit unseren Beispielsystemen einsteigen wollen, können Sie ohne Probleme zu Teil 2: Die Businessmaschine springen. Falls Sie jedoch keine Idee haben, um was es sich bei einem PCIe-Slot, dem CPU-Sockel oder den RAM-Bänken handelt, werden wir Sie mit einer kompakten Übersicht unterstützen. Sind die Kürzel erst einmal erklärt, erläutern wir Ihnen daraufhin die jeweiligen Funktionen der einzelnen Komponenten.

Gehäuse

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Das Gehäuse beherbergt, wie dem Namen zu entnehmen, alle intern verbauten Komponenten. Es dient dem mechanischen Schutz vor Beschädigung, der Temperatur-, sowie der Lautstärkeregulierung. Doch selbstverständlich spielt der „kosmetische“ Aspekt des Gehäuses ebenfalls eine große Rolle, schließlich bestimmt es das äußere Erscheinungsbild Ihres PCs. Bei Gehäusen haben sich diverse Formfaktoren etabliert, welche sich in Größe, Ausrichtung der Komponenten und Standposition (stehend, liegend) unterscheiden. Zu nennen wären hier der ATX-Standard im Consumerbereich, welcher sich in Midi- und Big/Full-Tower aufteilt – dieser ist der mit Abstand verbreitetste Formfaktor. Immer wichtiger werden allerdings kompaktere Systeme, welche auf den Micro-ATX (µATX) oder sogar den Mini-ITX-Standard setzen. Hier gilt zu beachten, dass µATX und Mini-ITX besondere Hardware erfordern, da aufgrund der geringen Größe der Gehäuse „normale“ Komponenten wie ATX-Mainboards oder Grafikkarten (GPU) mit einer bestimmten Länge nicht verbaut werden können. Zugänglich ist das Innere eines Gehäuses normalerweise über abnehmbare Seitenteile. Doch dazu später mehr.

Netzteil

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Das Netzteil (englisch: Power Supply Unit, PSU) regelt die zentrale Stromversorgung Ihres PCs. Es stellt die benötigte Leistung für die einzelnen Komponenten bereit. Die benötigte Leistungsaufnahme aller verbauten Teile ist bei der Wahl des Netzteiles zu beachten – ebenso wie der kompatible Formfakter; auch hier dominiert die ATX-Bauform. Während kleine Multimedia-PCs sich mit einem Netzteil mit ca. 65 Watt Leistung begnügen, kann ein moderner Hochleistungs-Spiele-Computer sogar die zehnfache Leistungsaufnahme vorweisen.

Mainboard

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Das Mainboard, auch Hauptplatine oder Motherboard genannt, ist die zentrale Komponente Ihres PCs. Hier wird der Prozessor (CPU), der Arbeitsspeicher (RAM), die Sound- und Grafikkarte (GPU) verbaut. Auch finden sich hier sämtliche Anschlüsse für Laufwerke und Datenspeicher, sowie Erweiterungssteckplätze und externe Anschlussmöglichkeiten. Aufgrund dieser tragenden Rolle ist auf die Qualität der verwendeten Hardware besonders Wert zu legen. Ebenso spielt das Mainboard die Hauptrolle bei der Entscheidung, welcher Prozessor (CPU) verwendet werden soll, da der sogenannte „Sockel“ vorgibt, welche Prozessoren auf dem jeweiligen Mainboard angebracht werden können.

CPU

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Die CPU (Central Processing Unit), also der (Haupt-)Prozessor Ihres Computers, bildet die zentrale Recheneinheit und wird auf dem sog. „CPU-Sockel“ Ihres Mainboards montiert. Heutzutage gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Modelle, welche sich für die unterschiedlichsten Zwecke eignen. Reicht die Leistung einer „kleinen“ Dual-Core (also Zwei-Kern-CPU; ein Prozessor mit zwei Rechenkernen) CPU mit integrierter Grafiklösung für die meisten Office- und Multimedia-PCs aus, werden für intensivere Rechenaufgaben (wie in Servern) oder Spiele Prozessoren mit vier oder mehr Rechenkernen angeboten. Die schiere Menge an unterschiedlichen Modellen erlaubt es Ihnen, sich den für Sie idealen „Kandidaten“ auszuwählen und Ihr System „um den Prozessor herum“ aufzubauen.

GPU

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Die GPU (englisch: Graphics Processing Unit) ist entweder in die CPU integriert, oder auf einer Grafikkarte verbaut, welche in einem PCI-Express(PCIe)-Steckplatz Ihres Mainboards Platz findet. Diese Komponente übernimmt rechenintensive Aufgaben der 2D- und 3D-Computergrafik; entlastet also die CPU. So ist eine „schnelle“ Grafikkarte für die Spieleleistung Ihres PCs als Kernelement zu sehen. Doch auch im professionellen Umfeld wird unter Umständen Wert auf eine besonders leistungsfähige Grafikkarte gelegt, beispielsweise in der 3D-Entwicklung und der Film-/Fotobearbeitung. Inzwischen können moderne Grafikkarten sogar zur Berechnung komplexer Modelle (z.B. bei der Wettervorhersage oder Physikberechnungen) verwendet werden. Oft stellen leistungsfähige Grafikkarten den Verbraucher mit der größten Leistungsaufnahme innerhalb des PCs dar, was bei der Wahl des richtigen Netzteiles berücksichtigt werden sollte.

RAM

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Das RAM (Random-Access Memory), im deutschen Arbeitsspeicher genannt,  ist ein flüchtiger Speicher, welcher auf Ihrem Mainboard in die Speicherbänken eingesteckt wird. Die Menge des verbauten RAMs bestimmt, wie viel Speicher dem Prozessor beim Berechnen komplexer Aufgaben zur Verfügung steht. Auf aktuellen Mainboards haben sich DDR3-Speicherelemente etabliert, während der Nachfolger, DDR4, bereits seit einigen Monaten immer mehr Marktanteile für sich verbuchen kann. Schlussendlich ist bei der Wahl des Arbeitsspeichers auf Kompatibilität mit dem Mainboard zu achten.

HDD

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Die HDD (Hard Disk Drive), auch Festplatte oder Massenspeicher genannt, bildet den zentralen Speicherort für alle Daten, also auch das Betriebssystem und die Treiber. Eine HDD ist ein mechanisches Laufwerk, welches zur dauerhaften Ablage von Daten geeignet ist. Sie bildet in modernen Computern den Massenspeicher für alles. Aktuell sind Größen von 500 bis 4000 Gigabyte Festplattenkapazität als Standard anzusehen. Die Festplatte wird meist durch ein Serial-ATA (SATA)-Kabel mit dem Mainboard verbunden. Sie bieten ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis; hier erhalten Sie die meisten GB pro Cent.

SSD

A Vertex 2 Solid State Drive (SSD) by OCZ

SSDs, Solid-State Disks, stellen eine auf dem Markt erst seit relativ kurzer Zeit verfügbare Alternative zur HDD dar. Im Gegensatz zur mechanischen Festplatte basiert eine SSD auf dem Flash-Speicher-Prinzip. Dies bringt mehrere Vorteile mit sich: Eine vielfach höhere Datendurchsatzrate, ein gesenkter Stromverbrauch und die geringere (keine!) mechanische Belastung sind als große Vorteile der SSD zu sehen. Sie arbeitet schneller und effizienter als eine klassische HDD, ist jedoch aktuell noch etwas teurer. Nichts desto trotz stellen SSDs eine echte und sinnvolle Alternative sowohl für Heimanwender und Office-PCs, als auch für High-Performance Systeme und Server dar.

Soundkarte

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Die Soundkarte ist für die Audiowiedergabe Ihres PCs verantwortlich. Da jedoch moderne Mainboards über eine integrierte und leistungsfähige Sound-Lösung verfügen und dedizierte Soundkarten nur für absolute Audio-Enthusiasten eine Rolle spielen, klammern wir diese Komponente in unseren Artikeln, zumindest Zeitweise, aus.

optisches Laufwerk

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Das optische Laufwerk, CD-,DVD-Rom oder BluRay-Laufwerk erlaubt das Einlegen und Lesen von optischen Datenträgern wie CDs, DVDs, oder BluRay-Discs. So kann Software installiert oder Filme und andere Daten betrachtet werden. In aktuellen Systemen verlieren diese Laufwerke jedoch zu Gunsten von USB-Speichersticks und Cloud-Speicherlösungen immer mehr an Wichtigkeit; teilweise wird sogar (insbesondere in kompakten Systemen) ganz auf das Einbauen dieser Laufwerke verzichtet.

Nun, da wir Ihnen die einzelnen Komponenten und deren Funktion genauer beschrieben haben, stellen wir Ihnen eine Checkliste zur Verfügung, welche die wichtigsten Aspekte für das Zusammenstellen Ihres PCs beachtet:

  • Gehäuse?
    Formfaktor Mainboard?
    passendes Netzteil?
  • Mainboard?
    Formfaktor Gehäuse?
    CPU-Sockel?
    RAM-Typ?
    Größe RAM?
  • CPU?
    Kompatibel mit Mainboard?
    Grafikchip integriert?
    Leistungsaufnahme?
  • Grafikkarte?
    Benötigt?
    passend für Gehäuse (Länge)?
    Leistungsaufnahme?
  • Netzteil?
    Leistung ausreichend?
    Formfaktor?

Wie Sie die einzelnen Komponenten zusammenbauen und was es zu beachten gilt, erfahren Sie in Teil zwei unserer Reihe – hier widmen wir uns ganz und gar dem Setup für einen effizienten Office-PC.

Falls wir Ihr Interesse wecken konnten, Sie sich aber nicht zutrauen Ihr System selbst zusammen zu bauen, möchten wir Sie auf unseren PC-Konfigurator im Onlineshop von Jacob Elektronik aufmerksam machen.

 

 

 

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