OLED – kann sich diese Displaytechnologie etablieren?

Von | 22. Mai 2016

Vor allem Smartphones und Tablets nutzen schon seit geraumer Zeit OLED Displays, aber auch die Fernseherhersteller setzen inzwischen auf diese Technik. Die Displays beeindrucken mit einer sehr kontrastreichen, scharfen und brillanten Farbdarstellung. Das Alleinstellungsmerkmal der OLED Displays ist der überragende Schwarzwert, der von keinem anderen Panel übertroffen werden kann. Doch was steckt hinter dieser Technologie? Werden OLEDs bald die LCDs ersetzen

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Das Prinzip der organischen Leuchtdiode

In einem OLED-Display arbeiten zwei Elektroden, dabei ist mindestens eine davon transparent. Zwischen diesen Elektroden befinden sich unterschiedliche, organische Halbleiterschichten aus Kohlenstoff. Fließt nun ein niederer Gleichstrom zu den Elektroden, bringt das die organischen Schichten zum Leuchten. Jeder einzelne Pixel leuchtet somit selbstständig in alle Richtungen, was eine erhöhte Blickwinkelstabilität mit sich bringt. Dadurch wird auch der Screen in seiner Gesamtheit homogen ausgeleuchtet.

Technische Vorzüge

Da die Dioden bei OLEDs selbstleuchtend sind, werden keine weiteren Leuchtquellen, wie beispielsweise bei LCDs, benötigt. Das wirkt sich auch auf die Energieeffizienz und den Schwarzwert aus, denn bei schwarzen Bildinhalten werden die Dioden nicht angestrahlt, sondern bleiben automatisch schwarz. Somit wird bei tiefschwarzen Bildern kein Strom verbraucht und die Schwarzwerte sind optimal. Durch die erhöhte Blinkwinkelstabilität der Screens können mehrere Personen gleichzeitig aus unterschiedlichen Betrachtungswinkeln ein einwandfrei dargestelltes Bild erblicken. OLEDs arbeiten zudem, im Gegensatz zu den LCDs, nicht mit Flüssigkeitskristallen und ohne Hintergrundbeleuchtung, daher sind sie in der Lage sehr hohe Kontraste darzustellen. Für Gamer interessant: das OLED Panel reagiert wesentlich schneller als die häufig eingesetzten LCD Bildschirme, das trägt zu einem grandiosen Gaming-Erlebnis bei, denn die Bildabläufe sind absolut flüssig und verzögerungsfrei. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Displaytechnologie sind die extrem dünnen Bauformen und die Biegsamkeit. Durch diese Elastizität werden künftig immer mehr Einsatzszenarien in Betracht kommen.

galaxy-s7_camera_kvOLED Bildschirme haben (noch) kein langes Leben

Bei all ihren Vorteilen hat die Technologie auch einen gravierenden Nachteil: die Lebenserwartung der verbauten, organischen Komponenten ist niedriger als die der anderen Displaytypen. OLED spart auch nicht zwangsläufig Strom, der Verbrauch bei häufiger und anhaltender Darstellung von weißen Bildern kann sogar höher ausfallen.

(Noch) teurer

Die Displays sind gegenwärtig noch teurer als LCD Panels und werden bei weitem noch nicht so oft verbaut wie diese. Vor allem sehr große OLED Screens sind aufgrund der hohen Preise noch nicht ganz wettbewerbsfähig, daher kommen sie oftmals eher in kleineren Geräten wie Smartphones zum Einsatz. Es zeichnet sich jedoch der Trend ab, dass die Preise der OLEDs langsam zu sinken beginnen und so sind durchaus auch schon ein paar OLED-Fernseher am Markt erhältlich.

Einsatzgebiet wird breiter und die Displays flexibler

Früher traf man OLED noch überwiegend in Tablets und Smartphones an, heutzutage kommen OLED Displays in den verschiedensten Geräten zum Einsatz. Auch Autohersteller wollen in Zukunft ihre Wagen mit sogenannten OLED-Schlussleuchten ausstatten. Forscher und Unternehmen feilen daran, die Displays als bezahlbare Beleuchtungstechnik zu etablieren. Damit könnte es gelingen, großzügige Flächen wie Wände mit den Displays zu „tapezieren“, oder die allgemeine Beleuchtungstechnik auf die nächste Evolutionsstufe zu setzen und die Kosten der Stromversorgung drastisch zu senken. Die sehr dünnen OLED Bildschirme werden teilweise auch heute bereits als Leuchtreklame in Form von Werbebannern genutzt.

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Fazit und Ausblick

Die Technologie hat großes Potenzial, möglicherweise werden die OLED Displays die herkömmlichen LCDs zukünftig ablösen. Marktführer wie LG und Samsung setzten große Stücke in diese Technik und investieren Milliarden in Forschungsprojekte. Besonders der Trend hin zu biegsamen Displays wird den OLEDs einen weiteren Schub verleihen. Vielleicht wird das OLED Panel durch seine extrem dünne Bauform und die flexible Dehnbarkeit bald das Papier oder die Tapete von morgen sein. Um die Geräte einer breiten Masse an Konsumenten zugänglich machen zu können, wird der Preis die entscheidende Rolle spielen. Werden die zukünftigen Einsatzgebiete klarer umrissen und praktikabel umgesetzt, könnten durch Fertigungen hoher Stückzahlen die Herstellungskosten gesenkt werden. Dann hätte die OLED-Technologie eine echte Chance am Markt Fuß zu fassen.

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