Den richtigen Monitor finden

Von | 26. März 2016

Der schnellste PC ist ohne ihn nicht zu benutzen: Den Monitor. Doch wer macht sich schon Gedanken über das richtige Anzeigegerät, um die volle Leistung des Computers auszuschöpfen? Wir zeigen Ihnen auf was sie beim Kauf achten müssen und welche Unterschiede sich bei der Vielzahl an unterschiedlichen Nutzungszwecken und dem gigantischen Angebot ergeben.

Format, Größe und Paneltyp

Zum Einstieg sollten wir uns die unterschiedlichen Displaytypen und deren Unterschiede genauer anschauen. Diese ergeben sich sowohl im sogenannten Panel-Typ, dem Format, der Auflösung und schließlich an der Größe, also der Bilddiagonalen des Monitors. Moderne Anzeigegeräte setzen auf Flüssigkristall-Anzeigen, bekannt unter dem Kürzel LCD (Liquid Crystal Display), welche mit einer LED-Hintergrundbeleuchtung kombiniert werden. Diverse Technologien für Panels stehen zur Verfügung, in der Realität sind aber nur drei wirklich verbreitet: TN-, VA- und IPS-Panels. Während ein TN-Panel besonders durch schnelle Reaktionszeiten, also den Wechsel von Grau-zu-Grau, und einen günstigen Produktions- und Anschaffungspreis glänzen, sind Bildqualität und Blickwinkelstabilität hier die schwachen Punkte. VA-Panels erfreuen sich, aufgrund der brillanten Bildqualität, insbesondere unter Grafikern enormer Beliebtheit – hier sind diese Panels absolut alternativlos, was sich jedoch in hohen Anschaffungskosten und niedrigen Reaktionszeiten niederschlägt. Ein IPS-Panel bildet die „gute Mischung“: eine hohe Farbqualität und schnelle Reaktionszeiten werden hier vereint; allerdings zu relativ hohem Kaufpreis.

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Nachdem das veraltete, von antiken TV-Geräten bekannte 4:3-Format endlich der Vergangenheit angehört, haben sich zwei Breitbild-Formate weitestgehend durchgesetzt: 16:9 und das etwas höhere 16:10. Insbesondere für das Bearbeiten von Dokumenten eignet sich zweiteres besser, da durch die Höhe des Formates weniger Scrollen bei der Dokumentenansicht nötig macht. Moderne Monitore sind in viele unterschiedlichen Größen, welche in Zoll der Bilddiagonale gemessen wird, erhältlich. Die Untergrenze bei 16:9 und 16:10-Monitoren bildet hier die 21,5″ Bilddiagonale, was ca. 54,6cm entspricht. Nach oben gibt es bis zu ca. 56 Zoll Diagonale kaum Grenzen, allerdings sind aktuell Modelle mit 27″ der Standard. Wichtig ist es, den optimalen Abstand zum Display zu beachten. Generell gilt: Rechnen Sie mit dem 1,2-fachen der Bilddiagonale als perfekten Abstand zum Monitor, also bei einem 22 Zoll-Display ca. 70 cm. Doch das wichtigste Feature eines Displays stellt die Auflösung dar. Diese ist für die Qualität und Schärfe der Darstellung essentiell.  Hier hat sich FullHD, also 1920×1080 Pixel, als Standard etabliert. Doch stehen abseits der 1080p-Auflösung weitere, noch höher auflösende Displays zur Verfügung: 1440p (WQHD) und UHD („4K“, 4-fache FullHD-Auflösung) sind derzeit erhältlich. Doch Achtung: Mit steigender Auflösung wird auch der Rechenaufwand für ein ruckelfreies Bild höher – so stellen 4K-Auflösungen selbst aktuelle High-End-Hardware je nach Anwendung vor Probleme. Doch nicht nur die Auflösung des Monitors gilt es zu beachten: 4K und Bildwiederholraten von mehr als 75Hz werden von älteren Monitoranschlüssen nicht unterstützt. So ist für eine Darstellung in FullHD bei, besonders für Gamer interessanten, 120Hz oder gar 144Hz zwingend ein HDMI- oder DisplayPort-Anschluss erforderlich. 4K Inhalte können jedoch selbst über HDMI 2.0 „nur“ mit 60 Bilder pro Sekunde ausgegeben werden. DisplayPort in der Revision 1.4 ermöglicht eine Darstellung von bis zu 7680×4320 Pixel, also bis zu 8K, was diesen Anschlusstypen absolut zukunftssicher macht. Der veraltete VGA-Anschluss spielt bei modernen Monitoren quasi keine Rolle mehr und auch DVI rückt immer weiter in den Hintergrund.

Scharf, bunt, günstig – Allrounder für daheim

Für den durchschnittlichen Heimanwender sind insbesondere die Auflösung und der Preis des Displays ausschlaggebende Punkte. Zusätzlich kann auf besonders Stromsparende Modelle geachtete werden. Eine Auflösung von FullHD ist für das Surfen oder Filme schauen absolut ausreichend. Auch spielt die Reaktionszeit kaum eine Rolle, hier kann getrost auf Modelle mit mehr als 5 ms Reaktionszeit und einer Bildwiederholrate von 60Hz zurückgegriffen werden –  was den Preis für ein geeignetes Modell enorm drückt. So sind Geräte wie der AOC E2270SWHN oder der Samsung S22D300NY bereits ab ca. 100 € erhältlich und liefern dennoch eine ausreichende Bildqualität. Der Kunde kommt hier in die komfortable Situation, ein passendes Gerät anhand des Preises auszuwählen – wenn grundsätzliche Merkmale wie Auflösung und Bilddiagonale beachtet werden.

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Schnell, schneller, ein Gaming-tauglicher Monitor

Für ambitionierte Spieler interessant werden Monitore mit einer Reaktionszeit von 1 ms bei einer Auflösung von mindestens 1080p, also FullHD. Ein derart schnelles Display verhindert nachhaltig die Darstellung von Schlieren, welche das Bild stören (sog. „Corona-Effekt“). Zusätzlich nur shcnellen Reaktionsszeit setzen sich Displays mit sehr hohen Bildwiederholraten von 120 Hz oder sogar 144 Hz durch. Diese hochpreisigen Displays sorgen für eine noch weichere Darstellung der Bewegung in Spielen – Dank zusätzlichen Verbesserungen der Darstellung wie GSync oder FreeSync sogar dynamisch! Der Trend bei der Auflösung von Gaming-Monitoren wandert allmählich von 1080p hin zu 1440p (WQHD) und 4K, was gestochen scharfe Bilder ermöglicht. Diese Displays bewegen sich preislich jedoch auf einem ganz anderen Level: So ist der Einsteiger-Gamingmonitor ASUS VG248QE mit 144-Hz-TN-Panel ab ca. 300€ erhältlich. Monitore mit GSync/FreeSync sind nochmal teurer: Eizos‘ Foris FS2735, einer der leistungsstärksten Gamingmonitore schlägt mit gut 1200€ zu Buche, liefert aber eine kompromisslos herausragende Gamingleistung.

G-Sync, FreeSync – bitte was?

Neue Technolgien wie G-Sync von Nvidia oder AMD’s FreeSync verbessern die Bildqualität maßgeblich – allerdings zu einem (noch) hohen Anschaffungspreis. Beide Methoden der Bildverbesserung verändern die Bildwiederholrate des Monitors dynamisch. Sie synchronisieren die Bildausgabe von Grafikkarte und Monitor – so passt sich die Bildwiederholrate an die Ausgabe der Bilder pro Sekunde (FPS – frames per second) der Grafikkarte an, wodurch unschöne Effekte wie Zeilensprünge oder Tearing entfallen. Zusätzlich wird die Darstellung wesentlich flüssiger.

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Für Profis: Farbecht und Kontrastreich

Profianwender wie Fotografen, 3D- und 2D-Artists und Grafiker stellen besondere Anforderung an bein Display. Insbesondere die Pixeldichte (angegeben in ppi, „Pixel per inch“), eine möglichst hohe Auflösung, das Kontrastverhältnis, Blickwinkelstabilität und Farbtreue des Monitors sind hier enorm wichtig. Zusätzlich sollte ein Monitor für Grafiker eine möglichst Große Bildfläche bieten – die Reaktionsgeschwindigkeit spielt dafür praktisch keine Rolle. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, kommen in Profi-Monitoren of die teuren PVA- oder MVA-Panels zum Einsatz – was die Anschaffungskosten schnell in die Höhe treibt. Als Einsteigermodell eignet sich hier beispielsweise der Philips Brilliance 241P6VPJKEB. Ambitionierteren Profis ist der Eizo ColorEdge CG277-BK zu empfehlen.

Pivot erleichtert das Arbeiten

Die sogenannte Pivot-Funktion stellt bei diesen Monitoren einen weiteren Mehrwert dar. Dank einem speziellen Standfuß ist das Display um 90° drehbar – so können Grafiken im Hochkantformat einfach bearbeitet werden.

 

Die Zukunft: Gebogen, hochauflösend und noch lebensechter

Doch ruhen sich die Hersteller von Displays nicht auf konventionellen, flachen Entwürfen aus. Immer öfter sind sogenannte „Curved“ Monitore im Handel zu finden. Diese Geräte verfügen über ein leicht gebogenes Display, was dem Betrachter noch mehr das Gefühl gibt, sich „im Bild“ zu befinden – insbesondere bei cineastischen Formaten wie dem extrem breiten 21:9 wird dieser Immersionseffekt verstärkt. Zusätzlich ist eine UHD (4K)-Auflösung noch nicht das Ende der Fahnenstange – Ultrascharfe Geräte mit 8K-Bilddarstellung wurden bereits auf den ersten Messen präsentiert. Weniger auffällig kommt eine weitere neue Technologie daher: High Dynamic Range, kurz HDR. Dabei wird die Hintergrundbeleuchtung dynamisch in Abhängigkeit des Farbtons und der Helligkeit der Anzeige geregelt. So entstehen noch lebensechtere Darstellungen von Hell-/Dunkelkontrasten, was die Bilddynamik enorm verbessert. Diese Technologie ist allerdings nicht vor 2017 auf dem Massenmarkt zu erwarten, wobei erste Modelle im Bereich TV jedoch bereits extrem hochpreisig verfügbar sind.

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One thought on “Den richtigen Monitor finden

  1. Sandmann

    Richtig netter Artikel, hat mir sehr bei meiner Kaufentscheidung weitergeholfen.

    Vielen Dank!

    Beste Grüße
    Sandmann

    Reply

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