Mining-Boom treibt Grafikkartenpreise in die Höhe

Von | 19. Januar 2018

Die Nachfrage nach leistungsfähigen (Gaming-) Grafikkarten ist seit Aufkommen der ersten Blockchain Kryptowährungen, im Speziellen Ethereum,  stark gestiegen und hat nun einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Das freut vor allem die Hersteller, deren Grafikkarten gerade weggehen wie warme Semmeln. Auch die Zulieferer von Hardwarekomponenten kassieren mächtig. Der Gamer hingegen muss aktuell tiefer denn je in den Geldbeutel greifen, sofern das favorisierte Modell überhaupt noch erhältlich ist.

Mining

Nvidia sowie AMD betroffen

Seit Dezember 2017 treten wieder häufiger Lieferengpässe auf und die Preise im Großhandel haben stark angezogen. Viele Karten kosten aktuell um einiges mehr als zur Markteinführung. Vor allem die High-End-Modelle wie beispielsweise eine GeForce GTX 1080 (Ti) sind vergriffen. Bei AMD scheint die Lage noch schlimmer zu sein. Grafikkarten der AMD Radeon RX Vega 56/64 Serie sind kaum oder nur noch zu exorbitanten Preisen erhältlich. Neben der erhöhten Nachfrage von Minern spielt hierbei auch zusätzlich  die verhältnismäßig geringe Anzahl an produzierten RX Vega Grafikkarten eine große Rolle. AMD sprach davon, dass sich die Lage in absehbarer Zeit verbessern soll.

Grafikkarten landen teilweise direkt bei japanischen Crypto-Minern

Betroffen sind insbesondere europäische und amerikanische Händler. Die Grafikkartenhersteller sind angeblich zuletzt vermehrt dazu übergegangen, professionelle Miner aus Japan mit ganzen Grafikkarten-Sätzen zu beliefern. Es werden zur Zeit vieler sogenannten Mining Rigs verkauft, auf denen sich etliche Grafikkarten befinden. Ein lohnendes Geschäft, an dem nicht nur die Zulieferer von Einzelbauteilen profitieren, sondern auch die Hersteller von Computer-Zubehör.

Auch die Preise von Netzteilen und weiterer Komponenten steigen

Hochleistungsgrafikkarten und Mining Machines haben einen immensen Strombedarf. Sie sind auf Netzteile mit besonders hoher Stromzufuhr (ab 1.000 Watt aufwärts) und hoher Energieeffizienz angewiesen, um ihre Rechenoperationen halbwegs schnell durchführen zu können. Weiterhin zeichnen sich vereinzelt auch bei performantem Arbeitsspeicher ähnliche Tendenzen ab.

Wie geht es weiter?

Zurzeit ist noch nicht absehbar, wie sich die Verfügbarkeit in den nächsten Wochen und Monaten gestalten wird. Hält der Mining-Boon an, könnten schon bald auch die Preise von Komplettsystemen anziehen. Ein Crash der Blockchain Währung würde die angespannte Lage wahrscheinlich wohl schnell entschärfen. Zuletzt haben Währungen wie Ethereum an Boden verloren. Da die Kurse generell häufiger Schwankungen unterworfen waren, ist ein eindeutiger Trend allerdings noch nicht zu erkennen.

Ethereum Wochenchart Grafik: finanzen.net

Einsteigermodelle sind bisher nur teilweise betroffen

Insbesondere bei Einsteiger-Grafikkarten ist die Verfügbarkeit größtenteils noch gegeben. Die Power dieser Modelle reicht in der Regel nicht aus, um den hohen Anforderungen des rechenintensiven Mining gerecht zu werden. Für viele Einsteiger-Gamen reicht diese Performance aber dennoch aus.