Micro- und Mini-PC: klein, leise und leistungsfähig.

Von | 8. Februar 2016

PCs sind aus unserem Alltag nicht mehr weg zu denken. Egal ob Beruflich, in der Freizeit oder zur Unterhaltung – überall werden wir mit diesen Geräten konfrontiert. Doch sind viele der großen und kleinen Helfer oft auf bestimmte Funktionen zugeschnitten und beherrschen für das jeweilige Gerät vorgesehene Funktionen meist weniger gut. So ist das Smartphone der ideale Begleiter für unterwegs, schwächelt aber im Büro; das schreiben längerer Texte wird zur Geduldsprobe. Hier muss auf einen vollwertigen PC zurückgegriffen werden. Während der Smart-TV in unserem Wohnzimmer von sich aus schon Streaming, das Surfen im Internet und sogar Videotelefonie beherrscht, ist es jedoch mehr als umständlich, das Gerät mit der TV-Fernbedienung zu steuern. Und genau dieses Manko hebeln Mini- und Micro-PCs aus!

Was ist ein Micro- oder Mini-PC?

Diese besonders kleinen Geräte sind in ihrer Funktionalität genau zwischen Laptop und Desktop-PC anzusiedeln. So unterstützen sie sämtliche Features eines vollwertigen PCs, sind kleiner und leichter als ein Laptop und werden, wiederum wie ein normaler Desktop-PC, mit einem Bildschirm verbunden und mit Maus und Tastatur bedient. Die kleinen Maße machen einen weiteren großen Pluspunkt von Mini-PCs aus: Aufgrund der geringen Größe der Gehäuse, wird (fast) immer auf eine aktive Kühlung, also Lüfter, verzichtet. Dies bringt zwei Vorteile mit sich: erstens sind die Geräte so absolut leise, störendes Summen entfällt. Zweitens müssen Mini-PCs einen äußerst niedrigen Strombedarf aufweisen. So bleiben diese immer weit unter dem Niveau eines Desktop-PCs, typischerweise bei maximal ca. 65 Watt unter Vollast. Softwareseitig kommen im Consumer-Segment diverse Windows-Versionen (8.1, 10), aber auch Linux-Varianten (Ubuntu, SteamOS) zum Einsatz. Dank SSDs und Mehrkernprozessoren stehen die kleinen Würfelchen ihren großen Desktop-Äquivalenten in nichts nach. Die Arbeitsleistung betreffend bringen höchstens Computerspiele die Winzling in Bedrängnis – hier sollten Sie auf einen vollwertigen Spiele-PC zurückgreifen. Eine besondere Rolle nimmt jedoch „Project Quantum“ aus dem Hause AMD ein: Dieser Technik-Demonstrator erreicht trotz Mini-ITX-Formfaktor eine 3D-Leistung, welche die meisten High-End-Spielecomputer in den Schatten stellt. Bis zur Marktreife dürfte aber noch etwas Zeit vergehen.

Anschlussmöglichkeiten wie ein großer!

Um den Ansprüchen an einen vollwertigen Desktop-PC gerecht zu werden, bieten Mini-PCs eine große Vielfalt an Anschlussmöglichkeiten: Wird das Videosignal über HDMI oder Mini-Displayport ausgegeben, stehen sowohl Audio Ein- und Ausgänge, als auch USB3.0-Ports zur Verfügung. Zusätzlich verfügen einige Modelle gleich über zwei(!) Gigabit-LAN-Anschlüsse; abgerundet wird das Paket durch WLAN- und Bluetooth-Konnektivität. Als besonderes Gimmick verfügen die meisten Modelle über eine VESA-Halterung, was es Ihnen ermöglicht, Ihren Mini-PC direkt an der Rückwand Ihres Monitors oder TV-Gerätes zu befestigen; so wird er quasi unsichtbar.

Wozu eignet sich ein Mini-PC?

Primärer Einsatzzweck eines Mini-PCs ist der Ersatz eines Desktop-Computers. Hier reicht die Leistung der meisten Systeme vollkommen aus und die Vorteile der Geräuschlosigkeit und des geringen Strombedarfs fallen besonders ins Gewicht. Idealerweise werden Mini-PCs also als Bürocomputer eingesetzt. Doch auch als Mediaserver im heimischen Netzwerk machen die kleinen Geräte eine sehr gute Figur. Dank integrierter Grafiklösung ist es ohne weiteres möglich, Videomaterial in FullHD mit mindestens 60Hz an Ihren TV auszugeben – der Mini-PC wird so zum Multimedia-Alleskönner im Wohnzimmer.

Abseits der Unterhaltung sind den handlichen Geräten kaum Grenzen gesetzt: Dank der relative hohen Rechenleistung und der hervorragenden Konnektivität sind Mini-PCs beispielsweise auch als Firewall für das heimische Netzwerk, als Fileserver oder Mini-Email-Server einsetzbar.

Sonderfall Steam Machine

Eine besondere Rolle innerhalb der Mini-PC-Familie nehmen Steam Machines ein. Diese besonders leistungsfähigen kompakten Systeme sind explizit an Spieler gerichtet und sollen den Videospielkonsolen im heimischen Wohnzimmer Konkurrenz machen. Dank leistungsfähiger Hardware spielen diese Geräte, betrachtet man die 3D- und Spieleleistung, in einer anderen Liga im vergleich zu „normalen“ Mini-PCs, allerdings schlägt sich dieser Leistungsbonus durchaus gewichtig im Anschaffungspreis nieder. Als besonderes Merkmal sind Steam Machines zusätzlich mit dem auf Linux basierenden Betriebssystem SteamOS ausgestattet, welches perfekt auf die Bedienung mit einem Gamecontroller zugeschnitten ist.

Die Unterschiede der einzelnen Modelle

Diverse Hersteller bieten die unterschiedlichsten Modelle an. Diese Unterscheiden sich sowohl was die Maße, als auch die verbaute Hardware betrifft zum Teil erheblich, was Ihnen allerdings ermöglicht, die Auswahl des für Sie perfekten Gerätes präzise und kostengünstig zu treffen. Nachfolgend stellen wir Ihnen einige Modelle für die unterschiedlichsten Anwendungen vor.

nuc

Fangen wir mit dem Mini-PC für das Büro oder das heimische Arbeitszimmer an: Der Intel NUC (Next Unit Computing) bietet alles, was nötig ist in einem unauffälligen, robusten Gehäuse. Die unterschiedlichen Konfigurationen stehen mit Intel i3, i5 oder sogar i7-Prozessoren zur Auswahl – je nach Leistungsbedarf finden Sie sicherlich das passende Modell. Mit einem Leistungsbedarf von maximal 28 Watt bleiben die kleinen Rechner erstaunlich sparsam. Dank der Iris-Graifklösung wird sogar das Streamen von 4k-Videos ruckelfrei möglich. Im nur 115x111x49mm kleinen Gehäuse steckt ein echtes Kraftpaket! Doch auch als HTPC fürs Wohnzimmer oder zum Streamen von Games von einem potenten Gaming-PC auf den heimischen TV sind sämtliche NUC-Modelle ohne weiteres in der Lage!

mac

Natürlich ist auch Apple daran interessiert, den treuen Kunden im Segment Mini-PCs eigene Hardware zur Verfügung zu stellen. Das Endprodukt kann sich sehen lassen: Der Mac Mini. Dank gewohnt hoher Verarbeitungsqualität und dem minimalistischen, aufgeräumten Design muss sich der Winzling aus Cupertino nicht unter dem Schreibtisch verstecken. Und auch die inneren Werte überzeugen: Hohe Performance, geringe Geräuschentwicklung und niedriger Stromverbrauch sind hier perfekt ausbalanciert.

sphere

Mit außergewöhnlichem Design kommt Zotacs Sphere daher. Der Kugelförmige Mini-PC ist ein absoluter Eyecatcher. Dank besonders vieler Anschlussmöglichkeiten ist die Sphere praktisch überall einsetzbar. Zusätzlich überzeugt das Gerät mit einem extrem niedrigen Stromverbrauch von nur 34 Watt unter Vollast und geringer Geräuschentwicklung von nur 0,4 Sone. Einzig die langsame Festplatte kann nicht überzeugen. Hier sollte der User den Wechsel auf eine 2,5″ SSD in Betracht ziehen.

asus vivo

Asus stößt mit dem VivoPC dank dedizierter Grafik in den Bereich Gaming vor. Die aus Laptops bekannte Grafikkarte GeForce 820m beschleunigt zumindest ältere Spiele ausreichend schnell, um angenehm Spielen zu können. In Kombination mit dem Intel Core i3 4030U (4. Gen.) steht Ihnen ein durchaus potenter Mini-PC zur Verfügung. Allerdings macht sich das Leistungsplus deutlich am Preis bemerkbar.

alienware

Eine vollwertige Spielemaschine ist DELLs Alienware Alpha. Urpsrünglich als eine der ersten Steam Machines angedacht, verzichtete DELL auf Valve’s Steam-Label und veröffentlicht dieses Hochleistungsrechenwerk im Alleingang. Der mitgelieferte Xbox360 Wireless Controller gibt klar den Anwendungsbereich zu erkennen: Als Konkurrenz zu Sonys Playstation 4 und Microsofts XboxOne. Diese stellt der Zwerg mit seiner brachialen Rechenpower direkt in den Schatten – was bei einem Anschaffungspreis von knapp 900 Euro auch zu erwarten war.

HDMI-Stick-PCs: Noch kleiner und sparsamer

intel

Eine weitere Nummer kleiner wird es mit HDMI-Stick-PCs. Diese stellen aktuell das handlichstes Format dar – ungefähr in der Größe früher USB3.0-Speichersticks. Doch stoßen der Intel Compute Stick, Raspberry Pi oder der FXITech Cotton Candy schnell an ihre Leistungsgrenzen – als vollwertiger PC-Ersatz taugen sie nur bedingt. Dennoch sind die kleinen Geräte dank einem Anschaffungspreis von unter 100 Euro durchaus interessant.

2 thoughts on “Micro- und Mini-PC: klein, leise und leistungsfähig.

  1. Ammar

    Der Intel NUC mit Bay Trail ist auch noch ganz nett. Hat zwar nur zwei Kerne, taktet aber etwas höher als der Quad Bay Trail in der ZBox.

    Dazu noch eine 128 GB SSD von Crucial oder Samsung und 4 GB RAM kaufen. Die kleinen Bay Trails nehmen aber nicht jeden RAM, dafür kann man sich bei z.B. Intel anschauen, welche RAM-Riegel kompatibel sind. Der Einbau sollte sehr einfach sein.

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  2. Christian Brouwers

    Hallo,

    ich selbst besitze Mini PC ´s und finde die einfach Klasse. Bevor man sich für Surf- und Office Anwendungen einen riesen Tower PC für teures Geld kauft sind die genau richtig. Ich besitze die Narrow Box 4K, den CSL – PC on a Stick und werde mir demnächst noch einen von Apple zulegen 🙂

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