Grafikspeicher gratis für die Radeon RX 480?

Von | 11. Juli 2016

Die erst kürzlich erschienene Grafikkarte von AMD, die RX 480, erregte bereits zum Marktstart Aufsehen. Anfängliche Startschwierigkeiten mit dem Energieverbrauch sollten durch ein Update behoben sein. Doch nun gibt es Skurriles in Sachen Grafikspeicher zu berichten.

AMD Radeon RX 480

AMD Radeon RX 480

Grafikkartenspeicher als maßgeblicher Leistungsindikator

Der Grafikkartenspeicher ist einer der ausschlaggebenden Faktoren, der sich auf die Leistungsfähigkeit einer Grafikkarte auswirkt. Je höher dieser Speicher ausfällt, desto performanter arbeitet die Karte in der Regel. Daher gilt gleichzeitig auch: je höher der Speicher, desto mehr Geld muss der potentielle Kunde berappen. Um den individuellen Kundenwünschen gerecht werden zu können, bieten die großen Grafikkartenhersteller AMD und Nvidia ihre Modelle heutzutage in verschiedenen Varianten an. Die zwei Versionen der AMD Radeon RX 480 unterscheiden sich auf den ersten Blick lediglich durch die Höhe des Grafikspeichers: die kleinere Variante hat 4 Gigabyte und die größere Version 8 Gigabyte.

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Die erste Charge der RX 480 überrascht

Die Massenfertigung der Radeon RX 480 in der 4 Gigabyte Variante hat bereits seit längerem begonnen. Diese Serie hat jedoch eine Besonderheit. Einige der ersten Kunden, die eine RX 480 in der 4 GB-Variante bestellt hatten, erhielten ein Modell mit 8 GB. AMD bestätigte dies und argumentierte damit, dass Entwicklungs- und Herstellungskosten möglichst schnell gedeckt werden mussten und die Verfügbarkeit der kleineren Variante gewährleistet sein musste. Außerdem wird vermutet, dass AMD die Grafikkarte zuerst nur in der größeren Variante auf den Markt bringen wollte. Um eine größere Käuferschicht anzusprechen, wurde die RX 480 vermutlich um das 4 GB Modell erweitert. AMD äußerte zudem, dass diese Karte lediglich Entwicklern zur Verfügung gestellt worden sei – einige Privatkunden erhielten sie angeblich dennoch.

BIOS limitiert den VRAM künstlich

Wer nun denkt, er erhalte eine vollwertige RX 480 mit 8 GB, dem sei zu sagen, dass diese Annahme nur bedingt zutreffen mag. Der doppelte Speicher ist zwar physisch vorhanden, jedoch auf den ersten Blick nicht erkennbar beziehungsweise nutzbar. Denn der zusätzliche VRAM ist im BIOS nicht aktiviert.

Die 8 GB könnten dennoch genutzt werden

Theoretisch sollte es mit einer speziellen Software möglich sein, das passende BIOS zu flashen und die 4 GB zu aktivieren. AMD bestätigte sogar, dass Grafikkarten zusammen mit einem „Flash-Tool“ an die Entwickler ausgeliefert wurden. Findige User könnten es wahrscheinlich schaffen, die 4 GB an zusätzlichem Arbeitsspeicher zu aktivieren. Hier sollte man jedoch Vorsicht walten lassen, denn die Grafikkarte könnte bei einem Fehlversuch schnell  Schaden nehmen.

Wer bekommt noch den doppelten Speicher?

Höchstwahrscheinlich ist die erste Charge der vermeintlichen 4 GB Variante inzwischen bereits schon komplett ausgeliefert worden. Falls Sie selbst ein derartiges Modell erhalten haben, sollten Sie sich allerdings fragen, ob Sie es wirklich versuchen möchten, die Karte zu flashen. Das Risiko, die Karte zu beschädigen, ist nicht außer Acht zu lassen und der Mehrwert wird sich auch nach erfolgtem flashen in Grenzen halten. Da die Preisunterschiede nicht allzu groß ausfallen, sollten Neukunden am besten direkt zur Radeon RX 480 in der 8 GB-Variante greifen.

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