Vorstellungsgespräch – die Top 10 der vermeidbaren Fehler

Von | 14. März 2018

Nach dem Schulabschluss oder dem abgeschlossenen Studium scheint der Job für viele zum Greifen nahe – wenn da nicht die von vielen teilweise gefürchtete Hürde des Vorstellungsgesprächs  wäre. Einige Absolventen brillieren zwar mit Bestnoten und einem astreinen Lebenslauf, scheitern aber dennoch am Job-Interview. Trotz diverser Coaching an Schulen, Hochschule oder Bildungseinrichtungen kann man ab und an immer mal wieder dieselben „typischen Fehler“ beobachten. Damit ihr beim nächsten  Vorstellungsgespräch nicht ins Fettnäpfchen tretet, haben wir die Top 10 der vermeidbaren Fehler beim Vorstellungsgespräch erstellt.

Unpünktlichkeit beim Vorstellungsgespräch – das absolute No-Go

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, da es aber trotzdem immer wieder vorkommt, der Vollständigkeit halber auch hierzu ein paar Sätze. Wer keinen absolut plausiblen Grund für seine Verspätung aufbringen kann, wird es in der Regel schwer haben, das Ruder noch herumzureißen und das favorisierte Unternehmen doch noch von sich zu überzeugen. Auf eine unpünktliche Person warten zu müssen, nervt privat und noch viel mehr im Berufsleben. Sie stehlen den Verantwortlichen, die für ihre Arbeit häufig nicht schlecht bezahlt werden, kostbare Zeit und verursachen dem Unternehmen damit bereits im Vorhinein Kosten. Mit Ausreden wie „Mein Zug hatte Verspätung“ oder „ich stand im Stau“ werdet ihr euer verspätetes Kommen nur schwer rechtfertigen können. Plant also für euren Anfahrtsweg großzügige Zeitpuffer ein und geht mögliche Verspätungsszenarien im Voraus gründlich durch.

Zu früh aufkreuzen, hinterlässt allerdings auch kein allzu gutes Bild. Hiermit reißt ihr eure Gesprächspartner aus wichtigen Arbeiten heraus, was im Nachhinein zu einer unentspannten Gesprächssituation führen kann. Falls ihr also schon eine Stunde früher vor Ort sein solltet, setzt euch lieber noch kurz gemütlich in ein Cafe in der Nähe. Ein paar Minuten früher dürft ihr dann aber doch schon da sein, um euch am Empfang anzumelden. Pünktlichkeit – alles eine Frage der Organisation, auf die es auch im Beruf ankommt.

Erscheinungsbild, Kleidung und Körpersprache

Bevor du überhaupt ein einziges Wort sagen kannst, nimmt dich dein potenzieller Arbeitgeber optisch wahr. Hier bekommt er den ersten Eindruck von dir – und dieser kann bereits viel über dich verraten und vielleicht sogar ausschlaggebende sein. Ein ungepflegtes Erscheinungsbild trägt zu diesem nicht gerade positiv bei. Kleider machen Leute – das gilt auch beim Vorstellungsgespräch. Dein Outfit sollte deiner angestrebten Position und dem Unternehmensumfeld angemessen sein. Informiere dich am besten im vorher über gängige Dresscodes der Branche. Mit einer formal richtig gewählten Kleidung signalisierst du, dass du dich auf das Gespräch vorbereitet hast und die Gepflogenheiten deines Wunscharbeitgebers kennst.

Eine weitere wichtige Rolle spielt die Körperhaltung. Blickkontakt, Händedruck und die Körperhaltung entscheiden neben dem optischen Erscheinungsbild ebenso über den ersten Eindruck, den sich der Personaler von dir verschafft. Deine Mimik und Gestik unterstreicht dein Gesagtes. Oft genügt bereits ein freundliches Lächeln und eine herzliche Begrüßung, um das erste Eis bereits schnell zu brechen. Verbessert euren Eindruck, indem ihr versucht, folgende Fehler zu vermeiden:

  • Fehlender Blickkontakt
  • Fehlendes Lächeln
  • Herumzappeln
  • Schlaffe Körperhaltung
  • Schlaffer Händedruck
  • Arme verschränken
  • Mit den Haaren spielen oder im Gesicht herumfummeln
  • Mit den Händen fuchteln

Falsch eingesetzter Smalltalk verbaut den positiven Einstieg ins Gespräch

Jede/r Personaler/in beherrscht ihn aus dem Effeff. Entweder, weil sie entweder in der Mehrzahl zu den kommunikativen Persönlichkeiten zählen, oder weil sie es schlichtweg in Seminaren oder Fortbildungen gelernt haben. Der Smalltalk ist der perfekte Einstieg ins Gespräch und baut eine positive Atmosphäre zwischen den Beteiligten auf. Smalltalk ist so wichtig, da er den ersten Eindruck des Bewerbers maßgeblich prägt. Und dieser  ist bekanntlich der Wichtigste! Beim Smalltalk geht es nicht um tiefgründige Gespräche oder Diskussionen, sondern vielmehr um eine kurze, auflockernde, entspannte Kommunikation. Dabei könnte man beispielsweise Bezug auf „ein schönes Büro“ nehmen. Ein individuell auf das Unternehmen und die Situation angepasster Smalltalk kommt häufig besser an, als zu belanglose Gespräche über das Wetter. Themen wie Religion, Politik, Gerüchte, Lästereien, Sex, Krankheit oder zu persönliche Fragen sind hier allerdings tabu! Der Smalltalk sollte sowohl bei der Begrüßung/Vorstellung als auch bei der Verabschiedung gezielt eingesetzt werden.

Unvorbereitet erscheinen

Wie das pünktliche Erscheinen ist auch eine angemessene Vorbereitung obligatorisch. Zuerst einmal ist es wichtig zu wissen, wie die Gesprächspartner heißen und in welcher Funktion sie tätig sind. Eine Ansprache mit Namen macht sich besser als ein schlichtes „Guten Tag“. Wenn du weißt, mit wem du es zu tun bekommst, kannst du dich besser auf die jeweilige Person einstellen und kommst auch leichter ins Gespräch.
Im Vorfeld solltest du dir auch einen grundlegenden Überblick über dein favorisierte Unternehmen verschaffen. So ist es beispielsweise hilfreich zu wissen, in welchen Geschäftsbereichen das Unternehmen tätig ist, welche Produkte/Dienstleistungen es verkauft oder wie groß es in etwa ist. Ein Blick auf Wikipedia oder die „Wir über uns“-Seite auf der Webpräsenz des Unternehmens kann hierfür zumeist schon die nötigen Informationen liefern. Zahlen, Daten und Fakten muss man in der Regel aber nicht auswendig lernen.

Wenn der Bewerber allerdings so gar nichts über das Unternehmen weiß, wird bei den Entscheidungsträgern schnell die Frage aufkommen, weshalb er sich denn dann überhaupt „bei uns“ bewirbt. Häufig wird diese Frage auch direkt gestellt. Hierauf solltest du eine sinnvolle und begründete Antwort geben können, aus der eindeutig hervorgeht, welche individuellen Vorzüge du beim jeweiligen Unternehmen siehst.
Ebenso wichtig ist das genau Studieren der Stellenausschreibungen. Gleiche vorab deine Qualifikationen, persönlichen Eigenschaften und Neigungen genau mit denen des Anforderungsprofils ab und arbeite deine individuellen Stärken heraus. So kannst du beim Vorstellungsgespräch explizit herausstellen, weshalb genau du dich besonders gut für den ausgeschriebenen Job eignest.

Kommunikativ aber nicht zu geschwätzig

Eine kommunikative Ader bringt dir viel wichtige Punkte auf dem Weg zum Traumjob ein. Lieber etwas mehr sprechen als zu wenig. Dein Gegenüber sollte dir auf keinen Fall jedes Wort einzeln aus der Nase ziehen müssen. Rede frei und beantworte Fragen so ausführlich wie nötigAber übertreiben solltest du es dabei nicht. Deine Erzählungen sollten nicht allzu weit ausschweifen, da für jedes Vorstellungsgespräch ein gewisser Zeithorizont eingeplant ist. Redest du die halbe Zeit über deinen letzten Urlaub, verpasst du es, wichtige Sachverhalt zu klären und dem Unternehmen einen überzeugenden Eindruck von dir zu vermitteln. Fokussiere dich bei deinen Aussagen auf Inhalte, die konkreten Bezug zum Beruf nehmen und deine fachlich/persönliche Eignung unterstreichen. Vermeide es, die Gesprächsführung an dich zu reißen – hierfür ist dein Gegenüber verantwortlich. Wenn alle Themen abgehandelt sind und dein Gesprächspartner nach Abschluss von sich aus noch Lust auf „ein kurzes Schwätzchen“ bei einer Tasse Kaffee signalisiert, solltest du hierauf natürlich einsteigen.

Sei ehrlich!

Selbstverständlich möchtest du dich beim Bewerbungsgespräch in ein gutes Licht rücken. Hierbei solltest du aber stets aufrichtig sein und bei der Wahrheit bleiben. Das fängt bereits bei deiner schriftlichen Bewerbung an. Schönige deinen Lebenslauf nicht, indem du irgendetwas hinzudichtest – Lügen haben kurze Beine und sind nicht nur beim Vorstellungsgespräch ein absolutes Unding, sondern schädigen auch im Job dein Ansehen nachhaltig. Denn wer einmal lügt, dem vertraut man nicht mehr so leicht. Den beruflichen Aufstieg verbaust du dir damit. Noch peinlicher wird das Ganze, wenn deine Lügen bereits während des Gesprächs aufgedeckt werden. Geschulte Personaler haben gute psychologische Kenntnisse und erkennen ziemlich schnell, wenn du flunkerst.

Unter- oder Übertreiben kommt nicht gut an

Bei einem Bewerbungsgespräch geht es darum, dass du deinen potenziellen zukünftigen Arbeitgeber von dir überzeugst. Du solltest verständlich darlegen können, weshalb du „der Richtige“ bist. Wie wirst du zum Erfolg des Unternehmens beitragen? Hierauf solltest du ein paar schlagkräftige Argumente in der Hand haben. Dies untermauerst du am besten anhand deiner Qualifikationen. Wer dazu neigt, seine Leistungen stets klein zu reden, enthält wichtige Informationen vor, die für den Personaler entscheidend sein könnten. Sei dir deiner Stärken bewusst und bringe diese zielgerichtet im Gespräch ein. Das macht einen selbstbewussten und dynamischen Eindruck. Zu dick auftragen oder gar prahlen solltest du aber nicht. Das kann schnell selbstgefällig und arrogant wirken. Betreibe ein gesundes Selbstmarketing, ohne es zu übertreiben.

Auswendig gelernte Antworten & Phrasen

Es ist wichtig, sich einen grundlegenden Gesprächsleitfaden zu erstellen. Damit strukturierst du das Vorstellungsgespräch bereits im Vorhinein und legst fest, wann und wie du dich am besten präsentierst, welche Informationen du von dir selbst preisgeben und welche du vom Unternehmen Erfahrung bringen möchtest. So ein roter Faden kannst du dir für Fragen zum Lebenslauf oder der beliebten „Starken-Schwächen-Frage“ zurechtlegen. Vorformulierten oder gar kopierte Antworten und Floskeln kennen Personaler allerdings zu genüge und werden hierdurch schnell gelangweilt. Bereite lieber ehrliche, persönliche Antworten vor – das wirkt aufrichtig und bildet Vertrauen. Bei individuellen Fragen des Personalers solltest du eher spontan antworten – das wirkt authentischer. Auswendig gelernte Antworten erscheinen schnell künstlich. Rattere deinen Text nicht einfach monoton herunter, sondern rede freu und präsentiere dich lebendig!

Noch Fragen?

Zum Schluss der allermeisten Vorstellungsgespräche kommt in der Regel die obligatorische Frage: „Haben Sie sonst noch irgendwelche Fragen?“. Wer hier lange überlegen und um Worte ringen muss, macht keinen guten Eindruck, obwohl dieser besonders zum Gesprächsabschluss wichtig wäre. Bereits während des Vorstellungsgesprächs sollte man interessiert sinnvolle Fragen stellen, um sein persönliches Interesse am Unternehmen zu signalisieren. Individuelle Fragen, die exakt Bezug auf das Unternehmen und die ausgeschriebene Stelle nehmen, kommen besser an, als auswendig gelernte Standardfragen. Sollte zum Abschluss des Gesprächs bereits wirklich alle Fragen geklärt sein, kann es auch sinnvoll sein, wichtige Punkte zusammenzufassen. Hiermit zeigt man dem Unternehmen, dass man gut aufgepasst hat und gibt ein positives Feedback.

Den Gesprächsabschluss nicht vermasseln

Das Bewerbungsgespräch ist gut verlaufen und du konntest alle Punkte erfolgreich abhandeln und mit deinen Stärken überzeugen? Dann hast du es beinahe geschafft – jetzt bloß nicht noch den abschließenden Eindruck vermasseln, indem du dich um Kopf und Kragen redest! Bleibe auch hier souverän und positiv. Du kannst dich beispielsweise nach den weiteren Vorgängen des Bewerbungsverfahren erkundigen. Wenn du dich zum Schluss noch für die Aufmerksamkeit und Zeit, welche dir das Unternehmen entgegengebracht hat, bedankst und dich per Handschlag  verabschiedest, sammelst du weitere Punkte. Wer das versäumt, kann schnell einen unhöflichen Eindruck hinterlassen. Bekunde zudem noch einmal ausdrücklich dein Interesse an der Stelle. Wie zu Beginn wird auch beim Abschluss der Smalltalk eingesetzt, der das gesamte Gespräch positiv abrunden sollte. Vergiss auch nicht, dich freundlich und höflich vom Assistenten, den Empfangskräften oder dem Pförtner zu verabschieden.

Wenn du diese elementaren Verhaltensweisen befolgst, vermeidest du es, in unnötige Fettnäpfchen zu treten und dich damit im Vorhinein bereits zu disqualifizieren. Wir wünschen dir viel Erfolg bei deinem nächsten Bewerbungsgespräch!

 

 

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