Zen-Architektur Summit Ridge – News von der Hot-Chips-Konferenz in Cupertino

Von | 27. August 2016

Update 24.08.16: Die Hot-Chips-Konferenz in Cupertino

AMD bestätigt weitere Eigenschaften der Zen-Architektur Summit Ridge: ein Viererblock mit dem Namen CPU Complex fasst die einzelnen Kerne zusammen. Dieser Block verfügt jeweils über 8 MByte L3-Cache. Eine weitere Leistungssteigerung sollen verbesserte Sprungvorhersagen und eigener Caches der CPU bewirken. In Kombination mit der möglichen Verarbeitung von zwei Threads pro Kern sollte dies die Leistung abermals steigern. Die Architektur der ehemaligen Bulldozer-Prozessoren hat mit der neuen Zen-Architektur nur noch wenige Gemeinsamkeiten, vielmehr ähneln die Summit-Ridge-Prozessoren von AMD eher den Prozessoren der Intel Skylake-Familie. AMD verspricht eine 40-prozentige Steigerung der Befehle pro Taktzyklus im Vergleich zu anderen AMD Prozessoren. Dennoch soll der Stromverbrauch nicht zunehmen. So Arbeiten die Prozessoren höchst effizient.

Übersicht:

  • Zwei Threads pro Kern
  • 8 MB gemeinsam genutzter L3-Cache
  • Großer, einheitlicher L2-Cache
  • Micro-Op-Cache
  • Zwei AES-Einheiten für Sicherheit
  • Hocheffiziente FinFET-Transistoren

Summit Ridge

Zuletzt hielt sich AMD mit weiteren Details zur neuen Zen-Architektur (Summit Ridge) eher bedeckt. Längere Zeit war es ruhig um den Entwicklungsstand der CPU-Mikroarchitektur (x86, 64-Bit) gewesen. Doch nun soll es bald soweit sein: nach vielzähligen Verschiebungen steht das Erscheinungsdatum jetzt endlich fest.

AMD gibt in San Francisco und Cupertino neue Informationen preis

AMD stellte in San Francisco offiziell seine neue Zen-Architektur vor. Der Chiphersteller startet mit dieser Architektur einen neuen Anlauf, den langjährigen Vorsprung von Intel aufzuholen. „So stark waren wir seit zehn Jahren nicht mehr aufgestellt“ ließ AMD Chefin Lisa Su selbstbewusst verlauten. Auf dem Event wurde vor allem Performance, Effizienz und Durchsatz der Summit Ridge Desktop CPUs näher beleuchtet. Noch diese Woche sollen auf der Hot-Chips-Konferenz in Cupertino weitere Details der Zen-Architektur bekanntgemacht werden.

Ruhemodus und Stromverbrauch

Die 14-nm-FinFET-Fertigung und das Clockdating, welches gerade nicht benötigte Elemente der x86-Kerne in mehreren Stufen in den Ruhemodus versetzen kann, sollen dem Chip zu hoher Effizienz verhelfen. Der Micro-Op-Cache soll recht groß ausfallen (genaueres hierzu wurde noch nicht bekanntgegeben) und kann zerlegte sowie vor-dekodierte Operationen zwischenspeichern. Dieser Vorgang wird insbesondere im Falle von Programmschleifen verwendet.

Die Fläche (mm²) der Chips wurde weiter minimiert, um den Stromverbrauch zu verringern. Die Floating Point Units sind nun nur noch 128 statt 256 Bit breit. Eine erheblich gesteigerte Sprungvorhersage soll die Leistung weiterhin erhöhen. SMT und das neue Cache-System sollen eine verbesserte Speisung der CPU-Kerne erwirken. Die Bandbreite pro Kern wird fünfmal höher als bei der älteren Bulldozer-Architektur ausfallen. Beim Write-Back-Verfahren werden Daten, im Gegenteil zum Write-Though-Modus, in den Cache geschrieben, anstatt direkt in den Speicher.

Summit Ridge

Summit-Ridge gegen Intels Core i7-6900K

AMD ließ es sich nicht nehmen einen Vergleich zwischen beiden Prozessoren anzustellen. In der kernoptimierten 3D-Grafiksuite Blender Benchmarks (unter Vergleichsbedingungen) soll der Chip von AMD das Rendering schneller als der Intels Core i7-6900K gemeistert haben. Es wurde ein Vorserienmodell des Summit Ridge-Prozessors mit 3 GHz eingesetzt. Zu den genaueren Bedingungen dieses Vergleichs gab AMD allerdings vorläufig keine weiteren Informationen preis.

Wann erscheinen die Summit Ridge Chips endlich?

Die Zen-Prozessoren sollen laut AMD im ersten Quartal 2017 verfügbar sein. Es sind auch neue System-on-a-Chip (SoC) Server-Prozessoren mit 32 Kernen (Napple genannt) in der Mache, die im ersten Halbjahr 2017 erscheinen sollen. AMD versucht sich mit den neuen und leistungsstarken CPUs im High-End-Segment endlich neu aufzustellen, um die großen Marktanteile von Intel auszugleichen. Die AMD Aktie nahm bereits kräftig an Wert zu. Die Preise der Prozessoren sind bisher noch nicht bekannt, könnten aber vermutlich unter denen der Konkurrenzprodukte von Intel liegen. Weitere Details werden auf der Hot-Chips-Konferenz in Cupertino erwartet.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.