Die DSL-Alternative Kabelmodem

Von | 4. Januar 2016

Breitbandinternet über ein Kabelmodem

Heutzutage spielt das Internet eine wichtige Rolle in unserem Leben und ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Beinahe alle Anwendungen, die wir über den PC oder das Smartphone nutzen, brauchen einen Zugang zum Internet. Dafür benötigt man ein Modem, zusammen mit einem entsprechenden Internetvertrag. Dies kann über die Telefonleitungen (DSL-Modem) oder über das Kabelfernsehnetz (Kabelmodem) erfolgen.

Die Geschwindigkeiten der Datenübertragung entwickeln sich dabei stetig weiter. Die momentan schnellste Art des Internetzugangs ist Breitbandinternet: in Deutschland sind bereits über 93% aller Internetanschlüsse breitbandfähig. Die meisten Zugänge laufen noch über DSL, aber die Zahl der Internetverbindungen über Kabelmodems wächst immer weiter, denn mit dieser Technologie kann eine größere Bandbreite (8 Mhz) und dadurch schnellere Datenübertragungen erreicht werden. Ab welchem Wert es sich um eine Breitbandverbindung handelt, ist bisher nicht genormt, denn dieser ändert sich mit der Weiterentwicklung der Kommunikationstechnologien.

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Internet über das Kabelfernsehnetz

Das Kabelfernsehnetz besteht aus Koaxialkabeln, die dazu in der Lage sind, Signale im Bereich von wenigen kHz bis zu einigen GHz zu übertragen. Damit sich keine Störungen von Fernsehsignal und Internet ergeben, werden für das Breitbandinternet ungenutzte Frequenzen der Fernsehkabel exklusiv für die Datenübertragung genutzt. Es nicht nötig, einen Vertrag für TV-Empfang abzuschließen, um Internet über die Fernsehkabel zu empfangen, es muss aber ein spezielles Kabelmodem vorhanden sein. Dieses wird in den meisten Fällen vom Internetanbieter kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Modem wandelt die vom PC empfangenen Daten in ein mit dem Kabelnetz kompatibles Übertragungsformat um, diese werden dann über die Koaxialkabel zum Dienstanbieter übertragen. Die meisten Anbieter erlauben bisher es nicht, unregistrierte eigene Modems für den Internetzugang zu nutzen, denn es können Kompatibilitätsprobleme und dadurch Störungen im Kabelnetz auftreten, die auch andere Nutzer betreffen. Allerdings wird dieser „Modemzwang“ per Gesetz zum Juni 2016 abgeschafft, was den Weg für das Kabelmodem Ihrer Wahl frei macht.

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Das Kabelmodem wird mit einem Koaxialkabel an der Antennendose angeschlossen, dafür wird eine sogenannte Multimediaanschlussdose mit drei Anschlüssen benötigt. Diese drei Buchsen sind für Internet, Radio und Fernsehen vorgesehen. Nicht jede Dose hat einen solchen Anschluss, was daran liegt, dass Teile des Fernsehnetzes ursprünglich als reines Verteilermedium konzipiert waren: man konnte nur Daten empfangen und nicht senden. Das Fernsehnetz wurde aber nach und nach modernisiert und um einen Rückkanal für bidirektionales Senden und Empfangen erweitert. Heutzutage können so gut wie alle ebenfalls für Internet und Telefon genutzt werden. Hat die Antennendose noch keinen Data-Anschluss, muss sie zuerst vom Kabelanbieter ausgetauscht werden.

DOCSIS 3.1 für noch schnellere Datenübertragung

Das Koaxialkabel wird durch einem F-Stecker mit Schraubverschluss in der Buchse befestigt, um ein versehentliches Herausrutschen und Wackelkontakte zu verhindern und ein gleichbleibende Qualität der Verbindung zu garantieren. Die Datenübertragungsrate ist dabei an das Nutzerverhalten angepasst, sodass schneller Daten zum Kunden übertragen werden als vom Kunden zurück zum Anbieter. Dies wird asymmetrischer Highspeed-Zugang genannt. Das Übertragungsverfahren des Kabelmodems basiert dabei auf dem DOCSIS-Standard (Data Over Cable Service Interface Specification). Dieser Standard legt die Anforderungen für Datenübertragung im Breitbandnetz fest. Die aktuellste Version ist DOCSIS 3.1, mit der seit Oktober 2013 Datenraten von bis zu 10 GBit/s im Downstream und 1 Gbit/s im Upstream unterstützt werden. Um diese hohen Raten zu erreichen, werden Frequenzbänder bzw. Frequenzkanäle miteinander verbunden.

Die Geschwindigkeiten, die über das Kabelmodem erreicht werden, sind nicht abhängig vom Kabelnetz, sondern können vom Betreiber festgelegt und reguliert werden. Diese bieten unterschiedliche Geschwindigkeitspakete in unterschiedlichen Preisklassen an. Ein namhafter Anbieter von Kabelinternet bietet zum Beispiel Einsteigerangebote mit 10Mbit/s Download- und 1Mbit Uploadgeschwindigkeit an. Die Premiumpakete dagegen liefern bis zu 200Mbit/s beim Download und 10Mbit/s beim Upload, was bis zu 12-mal schneller als normales DSL ist. Natürlich gibt es auch bei DSL, das über die Kupfer-Doppelader des Telefonnetzes empfangen wird, Upgrademöglichkeiten, z.B. auf die schnelleren Varianten ADSL oder VDSL.

Kabelnetz als Shared Medium

Das Kabelnetz weist eine Baumstruktur auf: die Daten werden zuerst über ein Glasfaserkabel übertragen, danach splittet sich das Kabelnetz verästelt auf und bedient dann hunderte Kunden. Das Kabelinternet ist ein sogenanntes „shared medium“: Alle an einen Baum angeschlossene Kunden (z.B. ein Wohnblock) teilen sich einen Frequenzbereich. Dies tut der Qualität und Geschwindigkeit aber keinen Abbruch, höchstens zu Stoßzeiten kann es zu langsameren Ladegeschwindigkeiten kommen. Die beworbene Geschwindigkeit wird aber meist erreicht, was bei DSL nicht immer der Fall ist.

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Ursachen für eventuelle Störungen können vor allem schwache oder zu hohe Pegel im Kabelnetz oder schwankende Spannungen sein. Auch zu geringe Abschirmungen oder eine qualitativ schlechte Anschlussdose können für Störungen verursachen. Für einen sicheren und störungsfreien Betrieb des Kabelmodems sollte bei der Anschlussdose hochwertiges Installationsmaterial verwendet und auf zusätzliche Verteiler oder Weichen verzichtet werden.

Um das Signal vom Kabelmodem auf den PC weiterzuleiten, wird ein Router benötigt, mit dem man über LAN oder WLAN alle Computer mit dem Internet verbinden kann. Da die meisten modernen Modems bereits einen integrierten Router mit WLAN-Empfänger haben, ist kein separates Gerät mehr erforderlich. Es sind auch keine speziellen Treiber oder Software nötig, um seinen PC mit einem Kabelmodem oder Router zu verbinden.

Vor allem durch die schnelle Datenübertragung über die Koaxialkabel des Fernsehnetzes ist ein Kabelmodem eine gute Wahl. Natürlich hängt die Übertragungsrate auch vom entsprechenden Internetvertrag ab, aber bei einem Kabelmodem ist immer noch Luft nach oben.

 

 

 

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