Bitcoin: jetzt die Reißleine ziehen und auf Altcoins setzen?

Von | 5. Januar 2018

Wer vergangenes Jahr sein Geld in Bitcoins angelegt hat, kann sich glücklich schätzen und zählt sicherlich zu den Gewinnern 2017. Zum Ende des Jahres ist die Euphoriewelle aufgrund schwankender Kurse etwas abgeebbt. Der Kursrutsch konnte allerdings inzwischen gestoppt werden. Hat der Bitcoin immer noch Potenzial oder gibt es Kryptowährungen, die attraktiver sind? Lohnt sich ein Investment 2018 überhaupt noch oder sollte man lieber die Finger davon lassen?

Bitcoin 2017 – Jahresrückblick

Rund 1.500 Prozent gewann der Bitcoin letztes Jahr an Wert und machte den ein oder anderen risikobereiten Privatanleger zum Millionär. Im Januar 2016 startete er mit gerade einmal 963 Euro und kratzt derzeit an 12.500 Euro. Gegen Ende des Jahres hatte er an Wert verloren. Einige vergleichen den Hype um die Kryptowährung mit der geplatzten Dotcom-Blase im Jahr 2000 und ahnen nichts Gutes. Andere hingegen sehen nicht nur weiteres Potenzial im Bitcoin, sondern vor allem auch in alternativen Kryptowährungen (Altcoins), die sogar noch besser performen.

Jahr 2017 mit fulminanter Wertentwicklung Grafik: finanzen.net

Bitcoin Chart des letzten Monats Grafik: finanzen.net

 

 

 

 

 

 

 

 

Bitcoin Wochen Chart Grafik: finanzen.net

Ripple XRP auf Platz 2

Ripple konnte zu Weihnachten und Neujahr innerhalb weniger Tage extreme Kurssprünge verzeichnen und zählt mit einer Marktkapitalisierung von über 100 Mrd. Dollar inzwischen zur zweitstärksten Digitalwährung. Während ein XRP vor einem Jahr noch weniger als einen Cent kostete, sind es aktuell 2,50 Dollar. Allein seit Mitte Dezember hat er sich fast verzehnfacht. Betrachtet man den gesamten Jahresverlauf, verzeichnet Ripple eine Kursexplosion, die den Bitcoins übertrifft. Seit Anfang 2017 ging der Wert um mehr als 36.000 Prozent nach oben. Einer der Gründe für das rasante Wachstum ist wohl die Ankündigung von südkoreanischen und japanischen Banken Cardano gewesen, Ripple ins Portfolio aufzunehmen. Ripple gilt im Vergleich zum Bitcoin als vertrauenswürdiger „Bitcoin der Banken“, da er nicht auf Blockchain basiert und damit nicht durch den Computer (mining) erzeugt werden kann. Sicherer macht ihn das jedoch nicht unbedingt, auch der Handel mit Ripple ist höchst spekulativ.

Ripple Kurs Chart Grafik: coingecko.com

Ethereum legt auch wieder zu

Nachdem der Kurs in den letzten vier Wochen Schwankungen unterworfen war, hat sich diese Woche ein eindeutiger Aufwärtstrend abgezeichnet. Innerhalb von nur drei Stunden ist der Ethereum-Kurs dienstagnachts von 638,11 EUR (768,89 USD) auf 707,01 EUR (851,91 USD) gestiegen. Die Marktkapitalisierung stieg von 66 Milliarden Euro auf überrund 92 Milliarden Euro. Kurzzeitig konnte sogar Ripple wieder vom Platz zwei gedrängt werden. Ethereum Gründer Vitalik Buterin äußerte sich zuletzt kritisch zur fulminanten Entwicklung.

Grafik: finanzen.net

Ethereum Wochen Chart Grafik: finanzen.net

Cardano ADA-Coin rückt auf Platz 5

Die Cardano-Plattform ist noch nicht jedem ein Begriff, obwohl der ADA-Coin den Litecoin, IOTA oder Dash bereits abgehängt hat und inzwischen zu den Top 5 der digitalen Währungen zählt. Seit November 2017 legte dieser mit einem Plus von über 3.000 Prozent eine unglaubliche Performance hin. Cardano gehört zur dritten Generation von Kryptowährung und behebt die Kinderkrankheiten des Bitcoins. Lange Transaktionszeiten, hohe Kosten und Skalierungsprobleme gehören der Vergangenheit an. In Japan sollen noch in diesem Jahr 25 Geldautomaten bereitgestellt werden, an denen Cardano ge- und verkauft werden kann.

Grafik: coinkurs.com

Kryptowährung im Jahr 2018 – nur für Risikofreudige

Geld in Kryptowährung zu investieren und ohne großes Zutun Geld zu „verdienen“, das klingt für viele nur allzu verlockend. Inzwischen drängt sich auch immer mehr Laien die Frage auf, ob auch sie noch vom Krypto-Hype profitieren können. Wie bei allen Finanzanlagen, sollte man auch hier ungefähr wissen, in was man überhaupt investiert. Wer mit Schlagworten wie Kraken, Blockchain, ICO, Bancor etc. überhaupt nichts anzufangen weiß, der verliert sich schnell im Dschungel der Begrifflichkeiten. Doch selbst wer tief in der Materie steckt, bewegt sich auf äußerst unsicherem Terrain. Inzwischen mischen nämlich auch viele Banken mit, die eigenständige Krypto-Abteilungen unterhalten. Experten, die sich beruflich mit der Thematik auseinandersetzen, lassen den Privatanleger schnell ins Hintertreffen geraten.
Wie sich die digitale Währung 2018 entwickeln wird, vermögen selbst Analysten nicht zu prognostizieren. Wer mit Krypto handelt, sollte sich daher bewusst sein, dass der komplette Einsatz verzockt werden könnte.

Welche Erfahrungen habt ihr 2017 mit Kryptowährungen gemacht und werdet ihr weiterhin spekulieren?