Alles cool mit dem passenden Prozessorkühler

Von | 18. Juli 2016

Prozessorkühler schützen vor Überhitzung

Prozessorkühler haben die Aufgabe den Prozessor vor Überhitzung zu schützen. Insbesondere leistungsstarke Prozessoren bedürfen einer adäquaten Kühlung. Komplexe Anwendungen können den Prozessor sehr fordern und erhitzen ihn stark. Um Fehlfunktion aufgrund unzureichender Kühlung vorzubeugen, sollte man sich also ein paar Gedanken um das passende Kühlsystem machen.

ProzessorFeuerGefahr

Wer braucht alles einen neuen Prozessorkühler?

Jeder neu erworbene Standard-Computer besitzt bereits ein Kühlsystem, in der überwiegenden Mehrzahl basiert dieses auf Lüftern und wärmeableitenden Materialien. Die integrierten Kühler sind gut auf das jeweilige PC-System abgestimmt und kühlen den Prozessor meist zuverlässig. Bei vorkonfigurierten Computern muss man sich also in aller Regel keine Gedanken über eine mögliche Überhitzung des Prozessors machen. Allerdings sind in vielen Einsteiger-PCs auch vermehrt sehr günstige Kühler verbaut. Der Nachteil derartiger Prozessorkühler ist eine störende Lärmentwicklung. Auch bei sehr hohen Umgebungstemperaturen kann es bei günstigen Kühlern zu Problemen kommen. Wenn Sie sich also sehr an den Geräuschen Ihres Lüfters stören, könnten Sie über den Kauf eines leiseren Modells nachdenken.

Lüfter

Systemmodifikationen und Prozessorkühlung

Etwas anders sieht es hingegen aus, wenn Sie Ihren Computer vollständig neu zusammenbauen (z. B. bei Barebone-PCs), oder Komponenten austauschen und hinzufügen. Hierdurch können sich im Betrieb die thermischen Gegebenheiten innerhalb des PC Gehäuses maßgeblich verändern. So könnte es passieren, dass ein bereits verbauter Kühler nicht mehr ausreicht, um das abgeänderte System zuverlässig zu kühlen. Werden moderne, leistungsfähigere Geräte eingebaut, erhöht das die Hitzeentwicklung. Die meisten modernen Grafikkarten benötigen einen zusätzlichen, eigenen Kühler.

Eiswürfel

Ist mein Prozessor überhitzt?

Der Prozessor sollte die 50-Grad-Marke möglichst nicht übersteigen. Doch wie stellt man fest, ob der Prozessor überhitzt ist? Schlimmstenfalls schaltet sich der PC bei Überhitzung automatisch aus, zuletzt genutzte Daten könnten verloren gehen. Damit dieser Fall nicht eintreten kann, können Sie sich mit bestimmten Programmen die aktuelle Temperatur anzeigen lassen. Mit Tools wie HWMonitor oder MSI Afterburner können Sie die Temperaturen des Prozessors, der Grafikkarte, den Festplatten und des Mainboards anzeigen lassen. Am besten misst man die Temperatur in verschiedenen Anwendungsszenarien. Eine solche Analyse kann Aufschluss darüber geben, ob und welche Kühlung benötigt wird.

Was man vor dem Kauf beachten sollte

Um überhaupt zu wissen, welchen Kühler man für seinen Prozessor verwenden kann, muss man den Sockel des Prozessors beziehungsweise des Mainboards bestimmen. Denn nicht alle Prozessorkühler passen auf jeden Sockel. Die gängigen Sockel von AMD sind AM2, AM2+, AM3, AM3+, FM1 und FM2. Von Intel sind es 775, 1156, 1155, 1156, 1366 und 2011. Hat man den Sockel des eigenen Computers identifiziert, sollte man überprüfen, wie viel Platz das Computergehäuse bietet. Kühler können nämlich auch ganz schön groß sein und passen dann nicht in jedes Gehäuse. Auch die Montage des Kühlers ist von Bedeutung. Bei größeren Kühlern kann es notwendig werden, das komplette Mainboard auszubauen. Des Weiteren sollte man auf die vom Hersteller angegebenen TDP-Wert (thermische Verlustleistung) des Prozessors achten. Das Wichtigste ist, dass die Kühlleistung der jeweiligen Hardware gerecht wird und die Kompatibilität zwischen CPU/Mainboard und dem Kühlsystem gegeben ist.

Aktivkühlung: Luftkühler und Wasserkühlung

Die Standardmethode, um PC-Hardware zu kühlen, ist die Kühlung durch Luft. Dies geschieht ähnlich wie bei einem Ventilator: der rotierende Lüfter pustet kühlende Luft zum entsprechenden Bauteil. Bei Lüftern ist es wichtig darauf zu achten, wie groß der Durchmesser und wie schnell die Drehzahlen sind. Mit der Drehzahl erhöht sich allerdings auch der Geräuschpegel des Lüfters. Daher sind Lüfter zu empfehlen, die sich der Wärmeentwicklung anpassen können. Wird wenig Leistung abverlangt, so dreht der Lüfter gar nicht oder nur langsam, steigt die Rechenleistung erhöht sich auch die Drehgeschwindigkeit automatisch. Das reduziert störende Geräusche und senkt die Stromkosten. Eine Heatpipe, auch als Wärmerohr bekannt, ist ebenfalls mit von der Partie, wenn es um Zubehör für Prozessorkühler geht. Die Heatpipes helfen dabei, die erzeugte Wärme von den wichtigsten internen Komponenten wie dem Mainboard wegzuführen und dadurch gezielt diese Abwärme in die Gehäuseventilatoren abzugeben. Diese Heatpipes sind bevorzugt in Luftkühlungen vorhanden. In Wasserkühlungen dagegen werden sogenannte Umwälzpumpen benötigt, die das Wasser in einen Kreislauf drängen, damit sie die Wärme transportieren.

Scythe Ashura – leise Kühlung

Der Scythe Ashura ist mit einem 140-mm-Radiator und Ausmaßen von 140x140x25 mm nicht gerade ein Winzling, das sollte man vor dem Kauf beachten. Passt der Lüfter allerdings in Ihr Gehäuse, bietet er für einen Single-Tower-Kühler eine gute Kühlleistung und ist vor allem leise.

Luftkühler

CoolerMaster HyperTX 3 Evo – kompakt & günstig

Mit seinen Abmessungen von 136 x 90 x 51 mm ist der CoolerMaster HyperTX 3 Evo kompakter und weist dabei eine hohe Verarbeitungsqualität auf. Dieser Lüfter bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und kühlt dennoch zuverlässig.

Cooler Master Hyper TX3 EVO (Cooler Master) (Großes Bild #1)

Wasserkühlsysteme

Bei der Wasserkühlung wird die Wärme durch einen Wasserkreislauf vom Prozessor/Mainboard abgeleitet. Die abgeleitete Wärme wird durch einen Kühlkörper heruntergekühlt und schließlich im Kreislaufsystem wieder zur Kühlung an den Prozessor gepumpt. Die Wasserkühlung gilt als besonders geräuscharm und leistungsstark. Sie erfreut sich großer Beliebtheit bei Gamern, hat jedoch auch ihren Preis. Es sei jedoch gesagt, dass vor allem auch die günstigeren Wasserkühlungen unter bestimmten Bedingungen (z. B. durch Schwingungen im Gehäuseinneren) auch Geräusche erzeugen können. Zudem müssen die meisten Modelle in bestimmten Abständen gewartet werden.

Thermaltake Water 3.0 Extreme Wasserkühlung

Fans von Flüssigkühlsystemen suchen häufig nach einfachem Einbau und einer leisen, zuverlässiger Kühlleistung, um den emsig rennenden Prozessor auf einer gesunden Betriebstemperatur zu halten. Die Water 3.0 Ultimate bietet dies und ist als All-in-One Lösung dazu noch komplett wartungsfrei. Die Water 3.0 Flüssigkühlungsreihe von Thermaltake bietet Enthusiasten alles, was sie wünschen, und schützt Ihren Prozessor durch eine zuverlässige und gute Kühlleistung.

Thermaltake Water 3.0 Extreme S (Thermaltake) (Großes Bild #1)Silverstone Tundra TD02-LITE Wasserkühlung

Der Tundra TD02 von Silverstone ist ein Komplett-Wasserkühler, der sich nahezu für alle modernen Prozessoren eignet. Er ist ordentlich verarbeitet und kommt in schicker Optik daher. Der Einbau erweist sich aufgrund des sicheren Montagesystems als besonders einfach und die Kühlung als effizient. Die hohe (Sockel-) Kompatibilität zählt ebenfalls zu den Stärken des Kühlers. Der Preis ist nicht zu teuer, allerdings ist der Betrieb nicht komplett geräuschlos.

Silverstone Tundra SST-TD02-Slim (Silverstone) (Großes Bild #1)

Es geht auch ohne direkte Kühlung – die passive Kühlung

Bei manchen PCs kann unter gewissen Umständen auch eine passive Kühlung (ohne Lüfter oder Wasserkühlung) in Betracht gezogen werden, welche völlig geräuschlos arbeitet. Alleine durch gut wärmeleitende Metalle wie Kupfer oder Aluminium wird die Temperatur in Inneren und an den verschiedenen Komponenten gesenkt. Wärmerohre leiten die Wärme ab. Besonders auch PC-Gehäuse spielen dabei eine wichtige Rolle. Die passive Kühlung kann jedoch den Nachteil mit sich ziehen, dass die Wattleistung dadurch begrenzt wird. Soll der Computer mit sehr rechenintensiven Anwendungen klar kommen, ist die Passivkühlung mit gewisser Vorsicht zu genießen. Die Passivkühlung ist nicht so leistungsstark wie die anderen Kühlsysteme und daher nur bedingt einsetzbar. Vor allem mobile Geräte wie Netbooks oder Tablets nutzen teilweise Elemente der passiven Kühlung.

CPU-Kühler Titan TTC-NC25/HS Low-Profil

CPU-Kühler Titan TTC-NC25/HS, Low-Profile, für Intel und AMD, passiv, Heatpipe (TTC-NC25/HS) (Großes Bild #2)

Titan hat einen neuen CPU-Kühler mit niedriger Höhe auf den Markt gebracht: den TTC-NC25/HS. Dieser Kühler ist speziell für schlanke Gehäuse (1,5 HE) geeignet und kompatibel mit den meisten Intel- und AMD-Systemen. Er besitzt besonders geringe Ausmaße (nur 106 x 95 x 30.5 mm), vier Heatpipes mit Direct-Touch-Technologie für maximale Wärmeleitfähigkeit und ist geeignet für TDP bis zu 130W. Durch seine Kompaktheit ist er der ideale Kühler für HTPC-Gehäuse.

Aktiv-passiv Kühlung

Die aktiv-passive-, oder auch semi-passive Kühlung, versucht die Vorzüge beider Kühlsysteme miteinander zu kombinieren. Hierbei kann auf die eigenen Kühler der jeweiligen Komponenten verzichtet werden, kleine Lüfter an der Gehäuserückseite und das verwendete Material erzeugen die benötigte Kühlung. Die aktiv-passiv-Kühler sind normalerweise leiser als die Aktiven. Bei Hybridkühlern unterstützen kühlende Metalle die Lüfter.

Störfaktoren beim Kühlbetrieb vermeiden

Folgende Faktoren behindern die korrekte Kühlung des Prozessors

  • Technische Defekte
  • Platzierung des Computers direkt an der Wand
  • Platzierung des Computers in Nähe von Wärmequellen (Heizung, sehr warme Räume)
  • Direkte Sonneneinstrahlung
  • Staub und Schmutz im Lüfter
  • Verpasste Wartung der Wasserkühlanlage
  • Sehr enge Gehäuse
  • Falsche Montage/Platzierung des Lüfters

Zusammenfassung

Der Prozessorkühler ist ein wichtiger Bestandteil eines jeden Computers. Man sollte beim Kauf eines neuen Kühlsystems Wert auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kühlleistung und Geräuschentwicklung legen. Wer sich an diesen Geräuschen nicht allzu sehr stört, der kann sich auch nach günstigeren Modellen umsehen, die kompatibel zum jeweiligen System sind. Interessante Optionen können auch die allgemeinen semi-passiven Kühlungen und auch die Hybridkühlungen sein. Wird nur sehr wenig Rechenpower benötigt, zum Beispiel bei reinen Office-Arbeiten, kann in bestimmten Gehäusen auch eine passive Kühlung zum Einsatz kommen.

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