Adieu Routerzwang – freie Routerwahl für alle

Von | 29. Juni 2016

Bisher sah es so aus: man schloss einen Vertrag mit einem Telekommunikationsunternehmen ab und erhielt als Gegenleistung einen Router und eine damit einhergehende Internetanbindung. Der mitgelieferte Router kam dabei verpflichtend vom Netzbetreiber. Viele Provider ließen bis dato lediglich die eigenen Geräte zu – das wird sich nun ändern.Router schwarz

Größere Auswahl für den Kunden

Auswahl

Der Nutzer hatte bisher keine freie Wahl, ihm wurde ein bestimmter Router aufgezwungen, den er vielleicht überhaupt nicht gewollt hätte. Nun werden dem Verbraucher sämtliche Geräte zur freien Auswahl überlassen, was ihm ermöglicht, das beste Endgerät für DSL, Kabel oder LTE selbst auszusuchen. Das wird sich wahrscheinlich auch auf die Preisentwicklung auswirken, durch das größere Angebot wird der Wettbewerb angekurbelt. Bei Umzügen kann man den Router künftig einfach mit in die neue Wohnung nehmen und dort anschließen, doppelte Anschaffungskosten der entsprechenden Hardware würden so entfallen. Zudem könnten veränderte Hardwarespezifikationen, wie zum Beispiel ein gesenkter Energieverbrauch, dem Nutzer zusätzliche Vorteile bieten.

Kabel-TV per WLAN wird möglich

wlan

Der Wegfall der herstellergebundenen Routerpflicht zum ersten August 2016 bietet dem Nutzer nicht nur die freie Wahl, sondern bringt auch interessante Funktionen mit sich. So soll es ab Beginn der Routerfreiheit mit der neuen Fritzbox 6490 Cable (basierend auf der Fritzbox 7490) möglich werden, Free-TV über DVB-C per WLAN/LAN zu streamen. Das würde bedeuten, dass innerhalb eines WLAN-Netzwerks gestreamte Inhalte direkt auf mobile Geräte wie beispielsweise Smartphones übertragen werden könnten. Verständlicherweise erzürnt dies die Kabelanbieter, die um ihre partiellen Monopolstellungen bangen und mit etwaigen Verlusten rechnen.

Keine Wettbewerbsverzerrungen mehr

Wettbewerb

Die Hersteller von Routern profitieren vom Wegfall des Routerzwangs ebenso, da sie nun nicht mehr vom Netzbetreiber abhängig sind. Für sie wird sich damit ein direkter Vertriebskanal zum Endkunden auftun. Der entfallene Routerzwang stärkt nun das gesteckte Ziel, hin zu einer europäischen Liberalisierung des Marktes rund um die Netzwerktechnik, was Wettbewerbsverzerrungen ausschießt und einen regen Handel verspricht.

Provider dürfen weiterhin ihre Router verkaufen

Die Internetanbieter werden weiterhin standardmäßig ihre Router bei Vertragsabschluss anbieten, müssen dem Kunden jedoch die Wahlfreiheit gewähren. AVM ist mit der bekannten Fritzbox der größte Zulieferer der Hardware. Dieser baut darauf, dass die Kunden den bewährten Produkten und Serviceleistungen treu bleiben.

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Nachteile der freien Wahl

Die Router der Netzbetreiber sind bereits vorkonfiguriert und werden mit Updates versorgt. Ein einheitlicher, individueller Support könnte bei manchen Geräten von Drittanbietern nicht in gewohnter Weise gewährleistet werden. Die überwiegende Mehrzahl der Nutzer möchte sich nicht intensiv mit dem Thema Router auseinandersetzen und ist daher in der Regel besser mit einem Rundum-Service vom Provider bedient.

Wann tritt das neue Gesetz in Kraft?

Das Gesetz zur Auswahl und zum Anschluss von Telekommunikationsendgeräten tritt bereits ab dem 01. August 2016 in Kraft. Manche Provider können sich laut eigenen Angaben jedoch nicht sofort schnell genug darauf einstellen und daher müssen Nutzer bei manchen Netzbetreibern noch etwas auf die komplette Umsetzung warten.

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