Actioncam – die Kamera der Extreme

Von | 27. Mai 2018

Die Actioncam ist eine Kamera der Extreme. Sie ist in der Lage, extrem schnelle Bewegungen zu registrieren und einwandfrei aufzunehmen. Bei herkömmlichen Digitalkameras gelingen derartige Aufnahmen meistens nur unzureichend. Die Folge sind verschwommene und verzerrte Bilder, auf denen man Objekte teilweise überhaupt nicht mehr erkennen kann. Weiterhin zeichnen sich Action-Kamera dadurch aus, dass sie sehr robust und gegenüber äußerlichen Einflüssen bestens geschützt sind. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo normale Digitalkameras versagen würden. Ob beim Fallschirmsprung, Mountainbiking, Drohnenflug oder beim Wellenreiten – mit den kleinen Actioncams gelingen die spektakulärsten Videoaufnahmen.

Welche Vorzüge bietet eine Action-Kamera?

Actioncams sind durch ihre Kompaktheit häufig wesentlich mobiler und flexibler als Digitalkameras. Sie lassen sich mit bestimmten Halterungen an jedem Objekt befestigen, was völlig neue Perspektiven eröffnet. So kann eine Action-Kamera beispielsweise auch am Körper fixiert werden, um faszinierende Aufnahmen aus der “Ich-Perspektive” zu generieren. Perfekt, um den eigenen Fallschirmsprung oder die nächste Motorrad-Tour zu dokumentieren. Trotz ihrer kleinen Abmessungen und dem geringen Gewicht können diese flinken Kameras qualitativ hochwertige Aufnahmen, sogar in 4K-Auflösung, aufzeichnen. Die winzigen Kameras sind zudem sehr robust und widerstandsfähig, häufig auch gegenüber sämtliche Wettereinflüsse geschützt.


Actioncams verfügen in aller Regel über ein sogenanntes “Fish Eye”-Weitwinkelobjektiv. Das Blickfeld dieses “Fischaugen-Objektivs” ist stark erweitert und nimmt einen wesentlich größeren Bildbereich als Standard-Objektive auf. Die jeweilige Szene kann aus kurzen sowie weiten Distanz stimmig abgelichtet werden und das erweiterte Bild nimmt einen wesentlich größeren Bereich der Umgebung. Beim Skateboardfahren, beim Filmen Unterwasser oder sogar beim Fallschirmsprung kommen nur die Actioncams mit ihrer extrem schnellen Bilderfassung und dem charakteristischen Weitwinkelobjektiv in Frage.

Was man vor dem Kauf beachten sollte

Es ist wichtig, sich bereits im Vorfeld darüber Gedanken darüber zu machen, an welchen Orten und wie man die zukünftige Kamera nutzen wird. Möchte Sie beispielsweise extrem schnelle Bewegungen aufnehmen, sollte die Anzahl der aufgenommenen Bilder pro Sekunde besonders hoch sein. Bei sehr langen Aufnahmen muss die Kamera über eine höhere Speicher- sowie Akkukapazität verfügen. Bei der Auswahl der richtigen Action-Kamera spielen also ganz individuelle Gesichtspunkte eine Rolle. Für manche Zwecke können sich schon günstige Einstiegsmodelle eigenen, für andere kommen hingegen nur professionelle Geräte in Frage. Bevor Sie sich nach dem passenden Modell umsehen, sollten Sie sich zunächst fragen:

  • wie viel Geld möchten Sie ausgeben?
  • welche Ansprüche stellen Sie an die Bildqualität?
  • sind Ihnen Zeitlupenaufnahmen wichtig?
  • benötigen Sie Zubehör?
  • werden Sie hauptsächlich Videos oder auch Fotos aufnehmen?

Bildqualität  
Actioncams müssen hinsichtlich der Bildqualität mehrere Kriterien erfüllen, die weit über die der herkömmlichen Digitalkameras hinausgehen. Vor allem eine hohe Bildrate und eine gute Stabilisierung der Kamera ermöglichen die Highspeed-Aufnahmen ohne Verzögerungen oder Ruckler. Selbstverständlich sollte auch ein qualitativ hochwertiger Sensor verbaut sein, der mit einer hohen Auflösung, guter Lichtempfindlichkeit und geringem Bildrauschen punkten kann.

Bildrate (Framerate)
Die vorrangige Aufgabe einer Actioncam besteht darin, schnelle Bilder ohne Verwackeln in höchstmöglicher Bildqualität zu erstellen. Eines der wichtigsten Kriterien beim Kauf einer Action-Kamera ist daher die Anzahl an aufgenommenen Bildern pro Sekunde. Damit eine flüssige Aufnahme garantiert werden kann, sollte die Geschwindigkeit mindestens in einem Bereich von 30 Bildern pro Sekunde liegen. Die Anzahl der aufgenommenen Bilder pro Sekunde wird häufig mit fps (Frames per Second) angegeben. Um beeindruckende Zeitlupen-Effekte generieren zu können, sind durchaus noch höhere Bildraten von bis zu 120 fps empfehlenswert.

Digitaler Bildstabilisator
Ein Muss für fast jede Actioncam ist der Bildstabilisator. Dieser gleicht ruckartige Bewegungen und Vibrationen effektiv aus. Bei billigen Modellen fehlt dieses Ausstattungsmerkmal entweder gänzlich oder ist nicht optimal umgesetzt. Falls die Kamera lediglich an einem fixen Punkt montiert wird, spielt der Stabilisator eine untergeordnete Rolle.

Lichtempfindlichkeit der Actioncam
Strahlender Sonnenschein, starke Bewölkung oder Dunkelheit – die stark variieren Lichtverhältnisse im Freien fordern eine Digitalkamera stark. Diesen Bedingungen sollte die Action-Kamera mit einer lichtstarken Kamerablende und guter Bilddynamik trotzen können.

Auflösung
Ein besonderes Augenmerk ist auch auf die Bildauflösung zu legen. Eine Action-Kamera sollte mindestens in HD oder besser noch in Full HD auflösen. Full HD ist heute der gängige Standard, den die meisten Geräte unterstützen. Die noch höhere 4K-Auflösung können diejenigen auskosten, die auch ein passendes Abspielgerät ihr Eigen nennen können (z. B. 4K-Fernseher oder Monitor). Beachten Sie, dass Aufnahme in 4K-Auflösung sehr viel Speicherplatz benötigt. Oft sind die Kameras auf bestimmte Speichergrößen der Speicherkarten begrenzt und somit kann es passieren, dass Ihre Speicherkarte nach kurzer Zeit schon voll ist. Eine Überprüfung der Kapazitätsgrenze der nutzbaren Speicherkarten ist empfehlenswert.

Die falsche Speicherkarte trübt den Filmspaß
Immer mehr Actioncams können Videos in hoher 4K-Auflösung aufnehmen. Damit qualitativ hochwertige Aufnahmen entstehen,  sollte man insbesondere der Speicherkarte einen hohen Stellenwert beimessen (der allgemeine Standard ist hier die microSD-Speicherkarte).
Die Geschwindigkeit einer Speicherkarte entscheidet maßgeblich über den korrekten Bildaufbau der Videoaufnahmen. Langsame Speicherkarten können die aufgenommenen Bilder nicht schnell genug speichern. Die Folge sind störende Ruckler und Verzögerungen bei der Videowiedergabe trotz High-End-Actioncam. Besonders bei Aufnahmen in 4K sind Speicherkarten in Geschwindigkeitsklasse UHS-3 die richtige Wahl.  Um lang filmen zu können, sollten Sie eine ausreichend große Speicherkarte einplanen, besonders Aufnahmen ab einer Full HD-Auflösung verbrauchen jede Menge Speicherplatz. Es empfehlen sich microSDHX-Karten mit Kapazitäten ab 32 Gigabyte. Je nachdem, wie lange und in welcher Auflösung Sie aufnehmen möchten, kommen auch deutlich höhere Kapazitäten in Betracht. Der führende Speicherhersteller Kingston bietet beispielsweise Speicherkarten an, die speziell für den Einsatz in Actioncams optimiert sind. Mehr dazu erfahren Sie hier.


Guter Schutz vor rauen Bedingungen
Die überwiegende Mehrzahl der Action-Kameras ist sehr gut vor Wasser, Stößen, Staub und Temperaturschwankungen geschützt. Sind sie es nicht, können nachträglich spezielle Schutzgehäuse erworben werden, die oftmals bereits dem Lieferumfang beiliegen. Falls Sie mit der Kamera in tiefer See tauchen gehen möchten, müssen Sie außerdem auf eine robuste Cam für Taucher setzen, die dem enormen Wasserdruck standhalten kann. Achten Sie beim Kauf der Kamera auf die spezielle IP-Zertifizierung, die Auskunft über die Art des Schutzes gibt.

Akkulaufzeit
Actioncams werde in vielen Fällen flexibel im Außeneinsatz genutzt und daher sind externe Stromquellen in der Regel nicht vorhanden. Damit der Akku der Actioncam bei den spannendsten Aufnahmen nicht schlapp macht, gilt es auf eine ausreichende Akkukapazität und die damit einhergehende Laufzeit zu achten. Die Kapazität des Akkus wird in Milliamperestunden (mAh) angegeben und sollte bei rund 1.500 liegen. Vorteilhaft sind auch zusätzlich Ersatz-Akkus, mit denen man den leeren Akku schnell und unkompliziert austauschen kann.

Gute Bedienbarkeit
Es gibt einige Cams auf dem Markt, die weder ein Display noch eine Statusanzeige besitzen. Der Bedienkomfort ist damit stark eingeschränkt. Die Kamera sollte ein gut ablesbares Display besitzen, um die aufgenommenen Ereignisse sofort ansehen zu können. Eine eingängige Steuerung der Kamera durch (Touch-) Buttons erleichtert die Bedienung, vorteilhaft ist auch die Möglichkeit einer Steuerung über das Smartphone. Bestenfalls gibt es einen einfach erreichbaren Knopf mit gutem Druckpunkt, der eine sofortige Aufnahme auslöst.
Auch die Datenübertragung auf PC, Laptop oder Tablet sollte mit einer passenden App problemlos vonstattengehen. Mit einem integriertem WLAN-Modul übertragen Sie Ihre Aufnahmen einfach drahtlos auf Ihre Abspielgeräte. Mit Smartphones oder Tablet ist es auch oftmals möglich die Kamera zu steuern.

Passende Befestigungsmöglichkeiten für den individuellen Einsatz
Je nach Einsatzgebiet benötigt eine Action-Kamera eine Befestigung, sei es auf dem Kopf an der Brust oder an Objekten. Im Lieferumfang sollten sich spezielle Halterungen, Bandagen, Bänder oder Klebepads befinden. Für jedes Szenario gibt es unterschiedliche Befestigungsmöglichkeiten. Das können spezielle Käfighalterungen für Drohnen oder Saugnäpfe für Motorrad, Fahrrad oder Inline-Skater sein.

Die Soundqualität
Eine Action-Cam ist vorrangig für die Aufnahmen unter extremen Bedingungen gedacht, der Ton spielt hier teilweise eine untergeordnete Rolle. Die Tonqualität vieler (günstigen) Modelle ist häufig nur ausreichend, um sehr gute Ergebnisse zu erzielen, kann man daher auch den Kauf eines externen Mikrofons in Erwägung ziehen.

Zubehör
Falls Sie spezielle Halterungen, Stative oder Tauchgehäuse benötigen, dann kann ein Blick auf das Zubehör des jeweiligen Pakets lohnen. Einen besonderen Stellenwert nehmen hier die Befestigungs-Tools ein. Diese sind bei den meisten Kameras im Lieferumfang enthalten, bei manchen jedoch auch nicht. Um Zusatzkäufe zu vermeiden ist eine Prüfung des Zubehörs ratsam. Sehr nützliche kann auch eine beigefügte Software zum Bearbeiten von Bildern und Videos sein. Gerade beim Schneiden von Videos sind einfach bedienbare Programme eine große Hilfe.

Zusatzfunktionen
Nimmt man mit der Actioncam oft an unterschiedlichen Orten auf, ist ein GPS-Empfänger ein hilfreiches Feature. So müssen Sie den Aufnahmeort nicht nachträglich manuell eintragen, sondern speichern diesen ganz einfach per GPS automatisch. Für manche Zwecke kann eine Fernbedienung von Vorteil sein. Es sind auch Actioncams erhältlich, die speziell auf die Anforderungen für den Einsatz in Drohnen zugeschnitten sind. Je nach Einsatzzweck kommen unterschiedliche Halterungen zum Tragen, achten Sie möglichst darauf, dass sie ein gutes Gesamtpaket mit unterschiedlichen Befestigungsmöglichkeiten und passendem Zubehör erhalten.

Zeitlupenfunktion und Burst Mode
Mit Actioncams lassen sich beeindruckende Zeitlupenvideos aufnehmen. Die Kamera generiert Videos aus mehreren Einzelbildern, die dann bei der Zeitlupenwiedergabe langsamer hintereinander abgespielt werden. Wichtig ist dabei, dass die Kamera möglichst viele Bilder pro Sekunde (Frames per per Second, fps) aufzeichnen kann. Je mehr Bilder die Kamera pro Sekunde aufzeichnen kann, desto flüssiger läuft das Bild. Die Framerate bestimmt weiterhin darüber, wie langsam die Zeitlupe abgespielt werden kann. Bei Aufnahmen mit hoher Framerate kommen imposante Zeitrafferaufnahmen zustande. Der Betrachter kann auf diese Weise Dinge entdecken, die er mit dem bloßen Auge nicht wahrnehmen würde. Wer viel Wert auf diesen Effekt legt, sollte daher unbedingt auf eine hohe Framerate achten. Mit einer Actioncam kann man neben spektakulären Videos natürlich auch Bilder aufnehmen. Hierbei werden – wie bei der Zeitlupenaufnahme – viele Bilder pro Sekunde hintereinander aufgenommen. Anschließen werden diese nicht als Video abgespielt, sondern als Zeitrafferbild. So lassen sich die einzelnen Phasen einer Bewegung in einem einzigen Bild darstellen. Insbesondere bei Sprüngen (z. B.: Skateboard, BMX oder Stabhochsprung) entstehen so eindrucksvolle Bilder.