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Die Krypto-Kriminalität steigt – 10 Prozent wird bei ICOs gestohlen

Von | 29. Januar 2018

Update 29.01.2011: Hacker greift 430 Millionen bei Coinchek ab

Letzten Freitag gelang es einem Hacker 500 Millionen Einheiten der auf Blockchain-basierenden Kryptowährung NEM zu stehlen. Zum Zeitpunkt des Diebstahls entsprach dies einem Gegenwert von 430 Millionen Euro und stellt damit den bis dato höchsten Betrag an Kryptowährung dar, der jemals gestohlen wurde.
Nachdem am Freitag eine Vielzahl von verdächtigen Transaktionen entlarvt wurden, stellte die japanische Krypto-Börse Coincheck sogar kurzzeitig beinahe dem kompletten Handel ein. Nur Bitcoins konnten noch gehandelt werden. Die Börsenbetreiber werden den Schaden der Anleger laut eigenen Angaben zu 90 Prozent decken und in Yen an die Geschädigten zurückzahlen.


Die Krypto-Kriminalität steigt – 10 Prozent wird bei ICOs gestohlen

Einer Studie der renommierten Unternehmensberatung Ernst & Young zufolge wird Investoren bei der Ausgabe von digitalen Währung durchschnittlich mehr als 10 Prozent des Kapitals von Hackern gestohlen. Das Datenmaterial dieser Studie basiert auf der Untersuchung von 372 ICOs. Von insgesamt 3,7 Milliarden Dollar seien demzufolge rund 400 Millionen geklaut worden.

Was sind ICO?

Ein ICO (Initial Coin Offerings) kann im weitesten Sinne mit einer Crowdfunding-Initiative verglichen werden. Firmen, vor allem auch Startups, präsentieren ihre auf Kryptowährung basierende Geschäftsmodelle und werben dabei um Investoren. Diese erhalten im Gegenzug einen Eigentumsanteil oder eine Erfolgsbeteiligung am fremdfinanzierten Projekt. Im Gegensatz zu einem streng regulierten Börsengang einer Kapitalgesellschaft (IPO) gibt es bei ICOs keine derartigen Einschränkungen und der Aufwand hierfür gestaltet sich um ein Vielfaches geringer.

ICOs

Gefälschte Seiten nutzen die Unwissenheit potenzieller Anleger mit Phishing aus

Über Messenger, Social-Media und Foren werden potenzielle Anleger auf gefälschte URLs geführt. Hier werden sie dazu verleitet in die vermeintlichen Projekte zu investieren. Dabei sehen diese gefälschten Homepages teilweise exakt wie die Originalseiten aus. Eine andere Methode besteht darin, die Pages direkt zu hacken und die Adresse, an die Krypto-Zahlungen gesendet werden soll, zu manipulieren. Diese Fälschungen gelingen zum Teil auch deshalb so gut, weil es vielen ICO-Projekten an der nötigen Transparenz mangelt. Der Markt ist völlig unübersichtlich und zudem auch noch sehr hektisch, da die Währungen stets hohen Kursschwankungen unterliegen. Aus Angst, nicht an Kurssteigerungen partizipieren zu können, investieren Anleger häufig sehr spontan. Die Betrüger nutzen dieses Verhalten gnadenlos aus.