Daily Archives: 27. Januar 2018

Machine Learning (ML) – Smartphones mit NPU sollen schneller lernen

Von | 27. Januar 2018

Das Smartphone der Zukunft vor allem schlauer werden und dem Nutzer den Alltag erleichtern. Das lernende und selbstständig denkende Smartphone – eine Vision? Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen sind tatsächlich zwei der Themenschwerpunkte, die Entwickler dieses Jahr bei Smartphones vorantreiben möchten. Einige Smartphones verfügen bereits über sogenannte NPU Chips, der für derartige Rechenoperationen verantwortlich ist.

Was ist ein NPU?

Ein NPU ist ein sogenannter neuromorpher (neuraler) Prozessor. Er eignet sich insbesondere für die Erkennung und Analyse von bestimmten Mustern. Durch die Sammlung von Informationen lernen sie hinzu und können sich neuen Aufgaben anpassen. NPUs kommen bereits in einigen Smartphones, wie beispielsweise dem Huawei Mate 10 Pro oder iPhone X zum Einsatz. Hierbei handelt es sich aber nicht um eine komplett eigenständige CPU, sondern um eine spezielle KI-Einheit, die in den Hauptprozessor integriert ist. Prinzipiell kann auch der herkömmlich Smartphone Prozessor KI-Aufgaben bewältigen, da diese allerdings ziemlich rechenintensiv sind, wird er bei diesen Rechenoperationen vom NPU unterstützt. Die KI-Chips erledigt die Aufgaben nicht nur schneller, sondern zugleich auch wesentlich stromsparender, wovon die Akkulaufzeit profitiert. Ein Paradebeispiel hierfür ist der neue Kirin 970 Prozessor des Huawei Mate 10 Pro:

Die Anwendungsfelder

Am Smartphone werden KI und ML Features derzeit vorwiegend in Funktionen der Kamera integriert. Eine besondere Rolle spielt hierbei die Objekterkennung. Smartphones erkennen schon längst Gesichter, Tiere, Gebäude und vieles mehr. Das klappt bereits ziemlich gut. Die App Google Goggles erkennt beispielsweise ziemlich zuverlässig Sehenswürdigkeiten und stellt dem Nutzer hierzu weiterführende Informationen zur Verfügung. Weitere hilfreiche Funktionen, die man auch von Google kennt, sind beispielsweise die „Kamera-Live-Übersetzung“ beim Translator. Beim Google Pixel 2 verbessert sich sogar die Bildqualität der aufgenommenen Fotos.  Auch die Gesichtserkennungssysteme wie Apple Face ID funktionieren immer zuverlässiger und sicherer.

Ein weiteres Anwendungsfeld, das eine herausragende Stellung einnehmen wird, sind die digitalen Assistenten a la Siri, Cortana, Alexa und Google Assistant. Diese nehmen zunehmend eine immer wichtigere Rolle in unserem Alltag ein. Egal, ob die Suche der nächsten Bahnhaltestelle, die Steuerung unserer Smart Home Geräte,  oder die Terminplanung – sie bieten vielfältige nützlich Funktionen. Zukünftig soll es darum gehen, dass diese Assistenten durch die intelligente Verknüpfung von Informationen verstärkt kontextbezogen arbeiten. Auch die Kommunikation mit den Sprachassistenten soll durch verbesserte KI-Software auf das nächst höhere Level gepusht werden.

Datenschutzrechtlich bedenklich

Um intelligent agieren zu können, müssen die Smartphones erst einmal lernen. Dieser Lernprozess kann nur erfolgen, wenn sie mit den nötigen Daten in Form von Bilder, Texten und Nutzergewohnheiten gespeist werden. Insbesondere Google wertet sämtlich Nutzerdaten aus. Doch das tut Google selbstverständlich nicht nur, um den Nutzer eine optimale KI-User Experience zu bieten, sondern nutzt diese auch gleichzeitig zum Zwecke der individualisierten Werbung, der gezielten Beeinflussung und zum Ausbau seines riesigen Datenarchivs an personenbezogenen Daten. Apple beteuert hingegen, Daten nur anonymisiert auszuwerten („Differential Privacy“).

Smartphone mit KI-Chip – wer braucht’s?

Aktuell eigentlich noch niemand. Die Rechenoperationen, die ein solcher Chip leistet, kann ebenso ein herkömmlicher Mobilprozessor mit genügend Leistung übernehmen. Apps, die  zwingend einen NPU benötigen, gibt es überhaupt noch nicht. Doch warum ist dieses Thema den Smartphone Herstellern dann so wichtig? Sobald die KI-Anwendungen anspruchsvoller werden, kann ein derartiger Chip durchaus Sinn ergeben. Und anspruchsvoller werden KI-Anwendungen definitiv werden. Da KI-Features ständig durch Software Updates erweitert werden, könnte sich solch ein NPU Prozessor vielleicht schon bald als Vorteil herausstellen.

Was haltet ihr vom lernenden Smartphone? Wie wird es weitergehen? Besitzt jemand von euch bereits ein Phone mit einem solchen Chip?

 

 

HomePod – Apple steckt Siri in den Lautsprecher

Von | 27. Januar 2018

Nach Amazon Echo und Google Home stellt nun auch Apple mit dem HomePod einen intelligenten Lautsprecher vor, der perfekt mit der eigenen Sprachassistentin Siri zusammenarbeitet. Apple hebt dabei besonders die klanglichen Qualitäten hervor.

Was kann der Apple HomePod?

In Verbindung mit dem separat erhältlich Apple Homekit lassen sich Befehle wie „Hey Siri, mach das Licht an“ ausführen. Auch andere Smart Home Geräte, die mit dem Homekit kompatibel sind, können angesteuert werden. Selbstverständlich beantwortet Siri über den HomePod auch die verschiedensten Fragen des Nutzers und führt Systembefehle aus. So kann man beispielsweise per Sprachbefehl Einträge in den Kalender vornehmen, Termine planen, das Radio starten und vieles mehr. Sechs Mikrofone erkennen die Spracheingaben sogar selbst dann, wenn laute Musik abgespielt wird. Auch Dritthersteller können ihre Anwendungen an den HomePod anpassen. So lassen sich etwa auch WhatsApp Nachrichten verschickten oder Notizen mit Evernote erstellen. Da der HomePod auch als Freisprechanlage fungiert, kann man über ihn auch Gespräche annehmen. Neben diesen Funktionen steht vor allem die Musikwiedergabe im Vordergrund.

Optimaler Klang dank A8 Chip und automatischer Soundausrichtung

Der HomePod soll neben seinen cleveren Sprachbefehl-Funktionen auch vor allem in Sachen Audioqualität überzeugen. Für diesen Zweck wurde ein A8-Chip entwickelt, der durch Softwareoptimierung den optimalen Sound aus den Boxen herausholen soll. Apple verspricht tiefen und sauberer Bass ohne Verzerrungen. Sieben Hochtöner mit jeweils eigenem Verstärker sollen für „ausgewogenes, geschmeidiges Timbre“ sorgen. Der Lautsprecher erkennt innerhalb eines Raumes den Standort des Nutzers und richtet den Sound nach dessen Position aus. Der HomePod ist eng mit Apple Music verzahnt und kennt damit die musikalischen Vorlieben des jeweiligen Nutzers.

Für den Apple HomePod wird ein iPhone (ab 5s),  ein iPad (Air, Pro oder 5. Generation), ein iPod touch (ab der 6. Generation) mit iOS 11.2.5 benötigt. Über diese lässt sich der Lautsprecher dann auch konfigurieren und verbindet sich sofort automatisch, wenn er an eines der genannten Geräte gehalten wird.

Zunächst erscheint der Apple HomePod zum 09. Februar in den USA, in Großbritannien und in Australien. Der Preis liegt hier bei 349 Dollar. In Deutschland wird er erst im Laufe des Frühjahrs erhältlich sein.