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Lenovo Mirage Solo – autarkes Daydream VR-Headset mit interessanter Technik

Von | 12. Januar 2018

Nachdem HTC seine neueste VR-Brille Vive Pro präsentierte zieht nun Lenovo mit der Mirage Solo nach. Das Besondere an diesem kabellosen VR-Headset: es funktioniert völlig unabhängig von Computer- oder Smartphone Hardware und integriert sogar ein Positionstracking. Ergänzend bietet Lenovo eine Kamera mit Daydream-Technologie an, mit der eigene VR-Videos in einem breiten Winkel von 180 Grad aufgenommen und anschließend auf der Lenovo Mirage Solo angesehen werden können.

Mirage Solo

Motion-Tracking-Technologie World Sense – etwas Bewegungsfreiheit

Bisher war Position Tracking den teuren VR-Headsets wie der HTC Vive vorbehalten, die in Kombination mit dem Computer funktionieren. Das Motion-Tracking der Lenovo Mirage Solo erfasst nicht nur sämtliche Bewegungen des Kopfes, sondern auch Ausweichmanöver des gesamten Körpers oder ungefähr einen Schritt in jede Richtung. Mit Room-Tracking-Systemen von PC-Headsets kann dieses Konzept allerdings nicht ganz mithalten. Lenovo Mirage nutzt den bekannten Daydream-Controller, der lediglich drei Richtungen registriert. Bewegungen der Arme können daher überhaupt nicht erfasst werden. Dennoch: im Vergleich zum herkömmlichen Smartphone-Headset kann Mirage Solo in Sachen Tracking schon einiges mehr.

Mirage Solo

Die Hardware ist an Daydream angepasst

Die Hardware-Komponenten sind bei der Mirage Solo direkt im Headset integriert. Die Brille kann sofort in Betrieb genommen und muss nicht umständlich mit anderen Geräten verkabelt werden. Die Immersion dürfte aufgrund des relativ weiten 110 Grad Blickfelds der zwei klaren aspherischen Fresnel-Linsen ordentlich ausfallen. Das 5,35 Zoll große LC-Display bietet mit 2560 × 1440 Pixeln (75 Hz) eine brauchbare Auflösung und der Qualcomm-Snapdragon-835-SoC mit 4 GB RAM sollte die allermeisten Daydream Anwendungen problemlos zum Laufen bringen. Von diesen gibt es auch schon allerhand: inzwischen stehen hier bereits über 250 VR-Apps zum Download bereit.

Mirage Solo

An Speicherplatz stehen dem Nutzer 64 GB (UFS) zur Verfügung, der sich per microSD-Karte erweitern lässt. Der integrierte 4.000 mAh Akku soll Laufzeiten von bis zu 2,5 Stunden ermöglichen. Dadurch, dass die komplette Hardware in das Headset integriert wurde, ist es mit 645 Gramm etwas schwerer. Atmungsaktiven Polsterungen und das ergonomische Design sollen dennoch für einen hohen Tragekomfort sorgen.

Die Lenovo Mirage Camera entstand in Kooperation mit Google und dreht VR-Videos mit 13 Megapixel. Sie nimmt Videos mit bis zu 4K bei 30 FPS in 180 Grad-Ansicht auf, was für einen immersiven 3D Effekt sorgt. Die aufgenommenen Videos können via Google Fotos oder YouTube auch ohne Smartphone geteilt werden. Die geschieht über WLAN nach ac-Stand oder LTE auch per Livestream. Die Rechenleistung übernimmt ein Snapdragon-626. Die Kamera nutzt eine f/2.1 Blende und verfügt über ein Gewinde für ein optionales Stativ.

Mirage Solo – besser als Smartphone-VR

Die Mirage Solo bewegt sich irgendwo zwischen Smartphone- und Computer-VR und macht einen recht soliden Eindruck. Sehr praktisch ist, dass sie die komplette Hardware bereits mitbringt und sofort einsatzbereit ist. Das Motion Tracking sorgt für erweiterte Interaktionsmöglichkeiten und die Google Daydream Plattform bietet schon recht viel Content. Das Immersionserlebnis eines PC-VR-Headsets darf man hier allerdings wohl nicht erwarten. Die Lenovo Mirage VR-Brille und die dazugehörige Kamera sollen im zweiten Quartal 2018 erscheinen und 300/399 Dollar kosten.

Ist die Mirage Solo eine Alternative für euch?