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Ryzen 2 mit Architekturoptimierung

Von | 15. Dezember 2017

Die ersten Ryzen Prozessoren, die AMD im Frühjahr 2017 veröffentlichte, waren ein voller Erfolg und brachten neuen Schwung in das zuletzt größtenteils von Intel dominierte Geschäft. Die Ryzen CPUs sind für einen Großteil der Umsätze von AMD verantwortlich und nun scheint es so, als wolle AMD schnellstmöglich an die guten Verkaufszahlen anknüpfen. Eine inoffizielle „Roadmap“ hat jetzt den Start der Ryzen-CPUs der zweiten Generation innerhalb des ersten Quartals 2018 bestätigt. Die Prozessorarchitektur wird allerdings nicht grundlegend verändert, sondern vielmehr konsequent verbessert. 

Die Architektur Zen+ sorgt für das optimale Watt-Leistungs-Verhältnis

Um Klarheit zu schaffen, muss man sich zunächst mit dem Namensschema der Chips und der dazugehörigen Architektur vertraut machen. Die aktuellen AMD Ryzen Prozessoren für Desktop-PCs heißen Summit Ridge, werden im 14nm-Verfahren hergestellt und sitzen auf dem CPU Sockel AM4. Sie verfügen über bis zu 8 Kerne (16 Threads) und basieren auf der Zen-Prozessorarchitektur. Der High-End-Prozessor dieser Desktop-Linie ist der Ryzen 7 1800X. Nun könnte man meinen, dass der Ryzen 2 die völlig neue Zen-Architektur der zweiten Generation nutzt. Diese wird jedoch wohl noch einige Zeit auf sich warten lassen. Daher kommt beim Ryzen 2 (Codename Pinnacle Ridge) Zen+ zum Einsatz. Diese Brücken-Architektur erfindet das Rad nicht neu, holt aber aus den bereits guten Desktop-Prozessoren noch mehr heraus. 

Ryzen 2

Die neuen Ryzen 2 CPUs  sollen im verfeinerten 12-nm-Produktionsverfahren gefertigt werden, wodurch die Leistung pro Watte erhöht werden kann. Neben der verbesserten Energieeffizienz und der höheren Geschwindigkeit unterstützen die Ryzen 2 Prozessoren auch DDR4-Arbeitsspeicher bei höheren Frequenzen. Aufgrund des besseren Energie-Managements werden Ryzen Prozessoren auf Zen+ Basis vermutlich auch in abgewandelter Form für Notebooks eine interessante Option darstellen. Anhand der veröffentlichten Roadmap wird vermutet, dass Ryzen 2 Ende Februar oder Anfang März 2018 erscheinen wird. Angeblich wird es auch neue Chipsätze wie einen X470 und B450 samt Mainboard geben.
Zen 2 und 3 sollen die künftigen AMD Prozessoren noch wettbewerbsfähiger machen und AMD zu mehr Marktanteilen verhelfen.

Die vermuteten Spezifikationen

Da es bisher noch keine offiziellen Angaben von AMD gibt, kann über die technischen Daten der neuen Ryzen Prozessoren nur spekuliert werden.
Zwischenzeitlich ist im Netz ein Screenshot aufgetaucht, der die vermeintlichen Specs der Ryzen 2 aufdeckt. Diese lesen sich spektakulär, sind allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Fake:

Ryzen 2

Es wäre durchaus möglich, dass Ryzen 2 auf der im Januar 2018 stattfindenden Consumer Electronics Show (CES) offiziell vorgestellt wird. Spätestens dann wird Klarheit herrschen.

Geht AMD bei der Motherboard-Unterstützung den Intel Weg?

Bei vielen potenziellen Käufern sorgte Intel mit der Kompatibilitäts-Politik seiner Coffee Lake Prozessoren für viel Unmut, denn beim Kauf wird in der Regel ein neues Mainboard fällig (mehr dazu hier). Daher steht auch bei den künftigen Ryzen Chips die Kompatibilitäts-Frage im Raum. AMD hat versprochen, in den nächsten Jahren bei seinem AM4-Sockel zu bleiben. Senior Product Manager James Prior von AMD sprach sogar davon, AM4 für Mainstream-CPUs noch bis 2020 nutzen zu wollen. Es bleibt zu hoffen, dass AMD diesem Versprechen treu bleibt und AM4-Motherboardbesitzer mit einem einfachen BIOS-Update auch noch für kommende Prozessoren der ZEN 2 Architektur gerüstet sein werden.  

Hat der Ryzen 2 Potenzial?

Vieles lässt darauf schließen, dass die neuen Ryzen 2 CPUs wohl eher eine Leistungsentwicklung als eine massive Leistungssteigerung bringen werden. Man könnte geneigt sein, sie als Lückenbüßer abzustempeln. Falls AMD die CPUs jedoch zu einem attraktiven Preis anbieten wird, sollten auch diese neuen Chips von AMD ihre Abnehmer finden. Der ein oder andere enttäuschte Intel Nutzer könnte womöglich auch mit den neuen AMD Modellen liebäugeln und insbesondere für Notebooks könnten sie sich als eine interessante Alternative erweisen.