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iPhone X – endlich gehören dicke Displayränder bei Apple der Vergangenheit an

Von | 13. September 2017

In Cupertino (Kalifornien) präsentierte Apple gleich drei neue Smartphones. Zwei davon bieten altbewährte Features mit verbesserter Technik, das Flaggschiff kommt im völlig neuen Design daher und bietet neben High-End-Technik auch ein innovatives Entsperrsystem.

Den Auftakt machten die beiden neuen 8er-Modelle

Die Nachfolger des iPhone 7 heißen iPhone 8 und iPhone 8 Plus. Grundlegender Unterschied zwischen beiden Geräten ist der Formfaktor: beim iPhone 8 beträgt dieser 4,7 Zoll, bei der Plus Variante es 5,5″. Das iPhone 8 Plus verfügt darüber hinaus über eine Dualkamera. Apple hat bei beiden Geräten die Technik etwas aufgepeppt, allzu viel Neues bieten sie allerdings nicht. Sie sind vielmehr ein Update des Vorgängers.

Stärkerer Prozessor, neue Kamera und verbesserter Sound

Apple beschert den beiden neuen iPhones mehr Rechenleistung, indem der Hersteller sie mit dem neuen A11 Bionic-Prozessor bestückt. Dieser kann nun auf 6 anstatt auf 4 Kerne zurückgreifen. Die 12 Megapixel Dualkamera des iPhone 8 Plus verfügt über eine lichtstarke 1,8 Blende und kann mit der zweiten Kamera Bilder im Portraitmodus aufnehmen. Dank „Portrait-Lighting“ lässt sich diese Funktion auch noch im Nachhinein anwenden. 4K-Videos lassen sich mit 60 FPS aufnehmen, Slow-Motion-Aufnahmen können in Full HD-Auflösung mit 240 FPS aufgezeichnet werden. Am Sound der Stereolautsprecher wurde ebenfalls gefeilt. Diese sollen um 25 Prozent lauter sein und sattere Bässe liefern. Darüber hinaus kommen bei beiden Geräte neue Kamerasensoren zum Einsatz.

Neues Glasdesign, beim Display bleibt (fast) alles beim Alten

Beim Display hat sich nicht allzu viel getan, dieses entspricht im großen und ganzem dem der Vorgängerversionen. Es nutzt lediglich Apples Bildoptimierungstechnologie „True-Tone“. Auch die Optik hat sich nicht wesentlich verändert, allerdings wird als Material vorne wie hinten Glas verwendet. Apple preist dieses“ das stabilste Glas, das es je in einem Smartphone gab“ an. Die Materialwahl soll nicht nur der Optik dienen, sondern hat auch einen praktischen Nutzen. Das iPhone 8 lässt sich jetzt nämlich auch drahtlos ohne Kabel aufladen. Drei Farbvarianten stehen zur Wahl: Space Grau, Silber und Gold. Beide Modelle sind ab dem 22. Dezember mit 64 oder 256 GB erhältlich. In der Basisausführung schläft das iPhone 8 mit 799 Euro und das iPhone 8 Plus mit 909 Euro zu Buche.

Das iPhone X ist der wahre Star

Neben dem iPhone 8/Plus enthüllte Apple sein neues, wahrhaftiges Flaggschiff  – das iPhone X. X steht dabei nicht für den Buchstaben, sondern für die römische Zahl 10. Damit überspringt Apple eine Generation.

iPhone X

Beinahe rahmenloses Display und recht handliches Format

Apple springt nun auch auf den Trend der rahmenlosen Infinity Displays auf und verbannt die unschönen, dicken Ränder der alten iPhones. Dies grenzt das iPhone X optisch deutlich vom iPhone 8/Plus deutlich ab und war zu erwarten. Das Display des iPhone X trägt den Namen „Super Retina Display“ und wurde im Vergleich zum Vorgänger auf 5,8 Zoll vergrößert. Dennoch ist es beinahe gleich groß wie der Vorgänger mit 5,5 Zoll. Diesen Effekt kennen wir bereits von Samsung und anderen Herstellern. Apple nutzt nun auch eine ähnliche Display-Technologie und baut auf ein farbintensives, kontrastreiches (1.000.000:1 Kontrast­verhältnis), helles (625 cd/m²) OLED Panel.

Mit einer Auflösung von 2436 x 1125 Pixel stellt es Inhalte schön scharf dar. Die Unterstützung von HDR sowie die Apple True-Tone-Technik sollen die Farbdarstellung optimieren. Das Display ist in einen äußerst schicken Rahmen aus Edelstahl gefasst. Insgesamt verleiht dies dem Handy erstklassige Optik. Aufgrund des beinahe randlosen Displays verschwindet das Hauptbedienelement aller vorausgegangenen iPhones, der klassische Home-Button. Einige werden diesen vielleicht vermissen, aber die Vorzüge des neuen Displays überwiegen wohl. Apple bietet nun eine beinahe ebenso komfortable Lösung, um von jeder App auf den Homescreen zurückzukehren: ein einfacher Wisch von unten nach oben reicht aus. Das Handy bleibt verhältnismäßig handlich und bietet viel Anzeigefläche in einem kompakten Gehäuse.

Verbesserte Prozessor- und Grafikleistung

Der neueste Apple Prozessor A11 Bionic besitzt acht Kerne und 4,3 Milliarden Transistoren. Wird der CPU besonders viel Leistung abverlangt, kommen die zwei neuen Performance Kerne zum Einsatz. Insgesamt soll der A11 Bionic so um bis zu 70 Prozent schneller als der A10 Fusion sein. Der neue Prozessor unterstützt weiterhin Augment Reality und verfügt über eine künstliche Intelligenz. Mithilfe der lernfähigen CPU soll das neue iPhone X Menschen, Orte und Objekte erkennen können und seine Funktionen anhand der gewonnenen Daten anpassen. Mit gleich drei Kernen steigert die neue GPU die Grafikleistung um bis zu 30 Prozent. Die Apple Grafiksoftware Metal 2 ermöglicht (Spiele-) Entwicklern die Integration des maschinellen Lernprozesses in ihre neuen Anwendungen. Der interne Speicher des iPhone X beträgt 64 und 256 GB und lässt sich nicht per Speicherkarte erweitern.

iPhone X kommt ohne Fingerabdrucksensor

Bei den meisten modernen Smartphones gehört ein Fingerabdrucksensor als Entsperrmechanismus inzwischen zum Standard. Apple verzichtet auf diesen und setzt auf eine neue Gesichtserkennung, die den Namen Face ID trägt. Gesichtserkennung ist beileibe keine Neuheit, die meisten Geräte beherrschen diese Technik meist mehr oder weniger zuverlässig. Die Gesichtserkennung ist eine vergleichsweise risikobehaftete Entsperrmethode, da man sie oft durch das Abscannen eines Bildes, auf dem der Inhaber des Smartphones zu sehen ist, überlisten kann. Doch Face ID soll die Gesichtserkennung als Sicherheitsstandard nun salonfähig machen. Denn dieses Erkennungssystem arbeitet mit mehreren unterschiedlichen Sensoren auf dreidimensionaler Ebene. Daher lässt sich dieses System nicht durch ein Foto überlisten. Die anpassungsfähige Software erkennt den männlichen Nutzer beispielsweise auch immer noch, wenn er sich einen Bart wachsen lässt. Auch, wenn Frau eine schicke, neue Frisur verpasst bekommen hat oder eine Mütze trägt, soll Face ID hiermit keine Probleme bei der Erkennung haben. Wie beim Fingerabdrucksensor sollen mit diesem System zukünftig auch elektronische Zahlungen abgewickelt werden können.

Dualkamera und höhere Akkulaufzeit

Die Dual-Kamera des iPhone besitzt zwei Blenden mit F1.8 und F2.4. Beide Kameras wirken mit einem optischen Bildstabilisator (OIS) verwackelten Bildern entgegen. Wie auch beim iPhone 8 Plus können dank dieser Tiefenkamera Portrait-Aufnahmen angefertigt werden, Portrait Lighting wird ebenfalls unterstützt.
Apple verspricht, dass der Akku des iPhone X zwei Stunden länger durchhalten soll als der des 7er-Modells.

Wie von Apple gewohnt: die Preise sind gesalzen

Für das im November erscheinende iPhone X wird Apple in der Basis-Variante 1.149 Euro verlangen. Für das Modell mit 256 Gigabyte werden sogar 1.319 Euro veranschlagt. Laut Apple ist das iPhone X ein Meilenstein in der Smartphone Welt. Keine Frage, das iPhone X ist ein Top-Smartphone im schicken Gewand und ist mit erstklassiger Technik ausgestattet. Eine sicherlich gute Dualkamera, gewohnt schnelle Performance und das neue Face ID stehen ebenso auf der Habenseite. Doch rechtfertigt das diesen Hammerpreis? Die Konkurrenz bietet Ähnliches wesentlich günstiger. Für die meisten Apple Fanboys werden die hohen Anschaffungskosten vermutlich aber nicht ausschlaggebend sein. Manch einer dürfte bei diesen Preisen allerdings vielleicht doch über mögliche Alternativen nachdenken.